Ortskenntnis ist gefragt

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Neue Immobilien braucht das Land: In Deutschlands Großstädten fehlen ca. 1,9 Mio. Wohnungen. Einen Teil zur Behebung des Mangels tragen Projektentwickler dabei. So unterschiedlich die Vorgehensweisen dabei sind, bleiben die wichtigsten drei Worte dennoch immer Lage, Lage, Lage.

Im Jahr 2026 soll es endlich so weit sein: Nach insgesamt 134 Jahren Bauzeit und genau 100 Jahre nach dem Tod ihres Architekten Antonio Gaudí soll die Sagrada Família in Barcelona fertiggestellt werden. Weitaus weniger zeitaufwändig ist hingegen der Bau „gewöhnlicher“ Immobilien, die innerhalb weniger Jahre entstehen. Da sich allerdings auch innerhalb relativ kurzer Zeiträume Umstände grundlegend ändern können und Wohnimmobilien für einen langfristigen Zeitraum gebaut werden, muss eine Immobilienprojektentwicklung umfassend geplant werden. Vor allem dem Ort kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. „Der perspektivische Erfolg einer konsistenten Projektentwicklung geht einher mit einer vorausschauen den Standortanalyse. Sie ist das Fundament und erster Meilenstein von jedem weiteren Engagement“, erläutert Christoph Straube, Vorstand der W&L AG. Das Unternehmen aus Bad Soden am Taunus sucht dabei die Standorte nicht nach der zu errichtenden Art von Immobilie aus, sondern umgekehrt. So berichtet Straube, dass das Selektionsraster nicht von einem klassischen Projekttyp wie beispielsweise Mikrowohnen ausgehe, anhand dessen mögliche, geeignete Standorte ausfindig gemacht würden: „Vielmehr drehen wir diese herkömmliche Vorgehensweise um und eruieren bei verfügbaren Standortpotenzialen die dort umsetzbaren und denkbaren Projektparameter. So impliziert unsere Vorschau Faktoren wie die politische Landschaft, vergangene Projekte oder demografische und wirtschaftliche Entwicklungen. Dies alles ist Teil unserer Reverse-Standortanalyse“, so der Immobilienunternehmer. Diese Strategie hat zur Folge, dass das Unternehmen nur sehr regional fokussiert tätig ist. „Da diese Vorgehensweise erhebliche Ressourcen bindet und fundierte Kenntnisse der jeweiligen Region voraussetzt, haben wir uns in der WL-Unternehmensgruppe auf die Bundesländer NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern spezialisiert.“

Auch die PROJECT Gruppe spezialisiert sich bei ihren Immobilienentwicklung auf klar definierte Gebiete, nämlich die Metropolregionen Nürnberg, München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Berlin sowie in Wien. „Bei der Auswahl der Grundstücke achten wir auf gute Lagen in den jeweiligen Metropolregionen, die die Wertstabilität einer Immobilie langfristig sichern. Dabei setzen wir auf eigenes Know-how vor Ort. Hier, mitten im Geschehen, kennen unsere Mitarbeiter die Entwicklung jedes relevanten Stadtteils“, erläutert Dr. Matthias Schindler, Vorstand Projektentwicklungen der PROJECT Real Estate AG, nach welchen Kriterien der fränkische Bauträger und Projektentwickler die Standorte für Immobilienentwicklungen aussucht.

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