Neuer Prozess im Wölbern-Skandal

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Mit bis zu 40.000 geschädigten Privatanlegern gehört der Wölbern-Skandal zu den größten Anlageskandalen Deutschlands. Nach ehr als fünf Jahren wird nun über eine Schadensersatzklage des Insolvenzverwalters verhandelt.

Am vergangenen Donnerstag hat vor dem Landgericht Hamburg ein Prozess begonnen, auf den die Beteiligten fast sechs Jahre lang gewartet haben: Wie die F.A.Z. berichtet, liegt der 27. Zivilkammer des Gerichts bereits seit Dezember 2014 eine Schadensersatzklage über  130 Mio. Euro von Tjark Thies, Insolvenzverwalter von Wölbern Invest, sowie 30 Wölbern-Fondsgesellschaften gegen die Rechtsanwaltskanzlei Bird & Bird vor. Über diese wird nun verhandelt. Den Anwälten der Kanzlei wird vorgeworfen, mittels eines im Jahr 2011 aufgesetzten „Liquiditätsmanagement-Systems“ ermöglicht zu haben, dass der frühere Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte aus den Publikumsfonds mehr als 147 Mio. Euro für seine Privatzwecke abzweigte. Die Anwälte sollen dieses Vorgehen als „juristisch einwandfrei“ abgesegnet haben. Wie die F.A.Z. berichtet, wird zwei früheren Partnern und einem noch aktiven Counsel jedoch vorgeworfen, damit ihre anwaltlichen Pflichten verletzt und damit die „Veruntreuung im großen Stil“ ermöglich zu haben.

Die strafrechtliche Aufarbeitung der Vorwürfe ist bereits seit längerem abgeschlossen: So wurde Christoph Maria Schulte im Jahr 2015 wegen Untreue zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, ein Generalbevollmächtigter von Wölbern erhielt eine Bewährungsstrafe. Auch gegen Anwälte von Birg & Bird liefen Strafverfahren, diese wurden jedoch gegen Geldzahlung eingestellt. (ahu)