Neue Märkte, neue Chancen

Skyline von Manila, Hauptstadt der Philippinen / Foto: © Joseph Oropel - stock.adobe.com

Weltweit gibt es zahlreiche Länder, die bald den Status eines Schwellenlandes erreichen könnten und auch zunehmend im Visier von Investoren stehen. Welche Eigenschaften zeichnen die Frontier Markets aus?

Die deutschsprachige Wikipedia verfügt über ca. 2,3 Mio. Einträge. Vergeblich sucht man hier allerdings den Begriff der „Frontier Markets“, der nur der englisch-, spanisch- und koreanischsprachigen Version des Online-Lexikons bekannt ist. Das bedeutet aber nicht, dass Investoren diese Märkte überhaupt nicht auf dem Schirm hätten. „Wer im Portfolio bereits mit Fonds die Schwellenländermärkte in der Breite abdeckt, kann im nächsten Schritt auch über ein Engagement in den Schwellenmärkten von morgen, den Frontier Markets, nachdenken. Bei uns sind es vielfach Sparplan-Anleger, die sehr langfristig in die kleinen und wachstumsstarken Grenzmärkte investieren“, berichtet Peter Gorynski, Leiter Flächenvertrieb bei Franklin Templeton. Dennoch weisen diese Märkte laut Jaymeson Kumm beim Investoreninteresse noch Luft nach oben auf. So berichtet der Vice President und Portfolio Manager von HSBC Global Asset Management, dass aufgrund der niedrigen Zinsen die Zuflüsse in ertragreiche Assetklassen wie Schwellenländeranleihen zwar zunehmen würden, das Interesse an reinen Frontier Market-Portfolios bislang jedoch nur sehr begrenzt vorhanden sei. Vielmehr würden Investoren vor allem über eine breite Allokation in Schwellenländer-Anleihen den Zugang zu Frontier Markets finden und dabei auf eine Mischung aus Hochqualitäts- und Hochzinsanleihen setzen. Wenn Anleger auf Anleihen in Frontier Markets setzen, müssen diese zudem beachten, dass diese Märkte alles andere als risikolos sind. „Verglichen mit den Frontier Aktien ist der Anleihenmarkt in den Frontier Markets mehr im Entstehen begriffen, zudem underresearched und wenig transparent. Vor einer Investition müssen Anleger diese Risiken berücksichtigen. Solche Risiken können zu höherer Volatilität, übertriebenen Preisentwicklungen, Kapitalverlust oder sogar zum Ausfall führen“, warnt Jaymeson Kumm, der aber auch erwähnt, dass viele dieser Länder Verbesserungen zeigen würden, indem sie umfangreiche Reformen in Angriff genommen hätten, die Infrastruktur entwickeln und Handelsabkommen mit ihren Regionen und den großen weltweiten Handelsblöcken abschließen würden. Auch dass viele die Unterstützung des IWF annehmend würden, bewertet Kumm als positiv.

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