Monatelang unbemerkt: Crypto.com sendet versehentlich 10,5 Mio. Dollar

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Statt der geplanten 100 Dollar hat die Krypto-Börse Crypto.com einer australischen Kundin ca. 10,5 Mio. Dollar überwiesen – und den Fehler erst sieben Monate später festgestellt! Genauso kurios ist der Grund für den Irrtum. Beim Versuch, den Betrag zurückzubekommen, gab es für Crypto.com schließlich eine böse Überraschung.

Dabei begann alles ganz harmlos. Die Handelsplattform sollte ihrer Kundin Thevamanogari Manivel eine Rückerstattung von 100 Dollar überweisen. Dabei hat der zuständige Mitarbeiter dummerweise Manivels Telefonnummer statt des fälligen Betrags eingetippt. So kam die viel zu hohe Überweisung von 10.474.143,00 Dollar zustande. Noch peinlicher wird das Versehen nur noch dadurch, dass es dem Unternehmen erst sieben Monate später bei einer Prüfung aufgefallen ist. Zu dem Zeitpunkt hatte die Begünstigte jedoch bereits 10,1 Mio. Dollar von ihrem Crypto.com-Account abgehoben.

Als die Krypto-Börse rechtliche Schritte eingeleitet hat, kam heraus, dass Manivel 430.000 Dollar auf das Konto ihrer Tochter transferiert und eine Villa mit fünf Schlafzimmern und vier Bädern gekauft hatte. Preis der Luxus-Immobilie: 1,35 Mio. Dollar. Sie läuft auf den Namen von Manivels Schwester Thilagavathy Gangadory, die in Malaysia lebt. Offenbar hatte Manivel juristische Konsequenzen schon erwartet. Alle Versuche sie zur Rückzahlung zu bewegen, liefen bisher ins Leere. Nun ordnete ein Gericht an, Manivels Schwester müsse die Villa verkaufen und Crypto.com 1,35 Millionen Dollar plus Zinsen in Höhe von rund 27.000 Dollar zurückzahlen. Das Urteil kann noch angefochten werden. (sh)