Macht die Krise den Rekord bald wieder obsolet?

Foto: © fotomek - stock.adobe.com

In der Geldanlage gewinnt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung, vor allem bei Privatanlegern. Das zeigt der heute der Öffentlichkeit vorgestellte Marktbericht des FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen, der starke Wachstums- und neue Rekordwerte vermeldet. Möglicherweise könnte gerade die aktuelle Situation dem Thema noch mehr Rückenwind geben.

Bereits seit vielen Jahren stoßen Nachhaltige Geldanlagen auf große Nachfrage. Nachdem diese in der Vergangenheit vor allem von institutionellen Investoren getragen wurde, setzt inzwischen auch ein immer größerer Teil der Privatanleger auf Nachhaltige Geldanlagen: So haben deutsche Privatanleger im vergangenen Jahr 18,3 Mrd. Euro in Nachhaltige Geldanlagen investiert, ein Plus von 96 % gegenüber dem Vorjahr! Damit entfallen auf private Anleger 11 % des gesamten Volumens an Anlageprodukten, die nach ESG-Kriterien investieren. Dieses liegt mit 269,3 Mrd. Euro auf einem neuen Rekordwert und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 23 % gesteigert. Vom Gesamtvolumen Nachhaltiger Geldanlagen entfielen 120,3 Mrd. Euro auf nachhaltige Mandate, die damit ihren Vorjahreswert um 36 % steigerten. Noch etwas stärker war die Steigerung bei den nachhaltigen Investmentfonds, deren Gesamtvolumen um 41 % auf 63,2 Mrd. Euro stieg. Bei den Fonds und Mandaten haben die nachhaltigen Produkte inzwischen einen Marktanteil von 5,4 % und schafften damit erstmals den Sprung über die 5 %-Marke. Auch die Kundeneinlagen der insgesamt 16 im Marktbericht erfassten Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus sind im vergangen Jahr gewachsen und lagen mit 40,9 Mrd. Euro um 6 % über dem Vorjahreswert. Abgerundet wird das Volumen der Nachhaltigen Geldanlagen durch die Eigenanlagen, die von Banken unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwaltet werden. Diese lagen Ende 2019 bei 46,6 Mrd. Euro.

Dass Privatanleger immer mehr in Nachhaltige Kapitalanlagen investieren, hängt laut FNG besonders mit der deutlich intensivierten Berichterstattung über Nachhaltige Geldanlagen im Zuge der verschiedenen europäischen Maßnahmen zur Förderung dieser Anlageform und die damit gestiegene Bekanntheit entsprechender Anlagen zusammen. Weitere Faktoren seien die Fridays for Future-Bewegung, die Diskussion um den Kohleausstieg, zur CO2-Steuer  und weitere Initiativen zu einem gesteigerten gesellschaftlichen Klima- und Umweltbewusstsein. „Für die kommenden Jahre erwarten wir einen weiteren Schub für die Nachhaltige Geldanlage privater Anleger“, stellt Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des FNG fest. „Wenn die Kundenberater in Banken und Sparkassen als auch die freien Finanzvermittler ihre Kunden zukünftig nach ihrem Interesse an einer Nachhaltigen Geldanlage fragen müssen, wird das Engagement dieser Anleger weiter steigen.“

Nach welchen Kriterien die Emittenten vorgehen und warum die aktuelle Situation für Nachhaltige Geldanlagen sogar positiv sein könnte, lesen Sie auf Seite 2