Lebensmitteleinzelhandel vor Neubewertung

Habona hat innerhalb kurzer Zeit sieben Nahversorger gekauft / Foto: © o_lypa - stock.adobe.com

Längst beschränkt sich der Online-Handel nicht nur auf Non-Food-Produkte. Auf den Lebensmitteleinzelhandel kommen damit ganz neue Herausforderungen zu.

„Frische Lebensmittel per Mausklick bestellen und nach Hause geliefert zu bekommen, wird schon bald flächendeckend zur Realität werden und dem Filial-Lebensmitteleinzelhandel deutliche Marktanteile abnehmen“, erläutert Antoine Ruotte, Buyside-Credit Analyst bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM).

Ein wichtiger Schritt zum Online-Lebensmittelhandel ist die die Übernahmen des US-amerikanischen Lebensmittelkonzerns Whole Foods Markets (WFM) durch Amazon. Für die Übernahme des trendigen Einzelhändlers, der stark auf Bio-Produkte setzt, zahlte das Online-Versandhaus fast 14 Mrd. Dollar. Da WFM über eine effiziente Lieferlogistik für die Distribution von frischen Lebensmitteln verfügt, wurde eine große Hürde des Onlinehandels beseitigt. Dieser hatte früher Probleme, die frischen Waren so schnell zu liefern, dass die Qualität erhalten blieb.

„Die Transaktion hilft Amazon dabei, durch WFMs bestehende Infrastruktur, seine hochwertigen Frischprodukte, weitläufig bekannte Hausmarken und enormen Datenmengen über Lebensmittel-Endkunden die Online-Marktführerschaft zu beschleunigen und in den USA noch erfolgreicher zu werden. WFM ist unserer Einschätzung nach Dreh- und Angelpunkt für Amazons Strategie, sich zu einer One-Stop-Shopping-Plattform zu entwickeln. Zudem ist dies ein guter Weg, um mehr Kunden dazu zu bewegen, sich für ‚Amazon Prime‘ anzumelden – eine wichtige Rentabilitätsquelle für den Online-Giganten“, erklärt Ruotte.

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