KI ist größte Herausforderung seit Industrialisierung

Adrian Roestel, Leiter Portfoliomanagement bei Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung / Foto: © Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung

Künstliche Intelligenz (KI) wird unser Leben in den kommenden Jahren und Jahrzehnten grundlegend verändern. Doch wo wird KI konkret zum Einsatz kommen, wie wird sie in unseren Alltag eingreifen? Anhand einiger Beispiele lässt sich gut zeigen, dass KI bereits heute Realität ist – und wohin die Reise gehen wird.

So hat Amazon in den USA die ersten Amazon Go-Supermärkte eröffnet, die vollautomatisiert und nur mittels künstlicher Intelligenz funktionieren. Bevor Kunden einen Amazon Go-Supermarkt betreten möchten, müssen sie sich die Amazon Go-App auf ihr Smartphone laden. Diese App wird dann an den Scanner bei der Eintrittsschranke gehalten und schon lässt sich der Hightech-Laden betreten. Die Geschäfte, die Waren für den täglichen Gebrauch anbieten, sind flächendeckend mit Kameras an den Decken sowie Sensoren und Waagen in den Regalen ausgestattet. Mit dieser intelligenten Bilderfassung kann jeder Schritt der Kunden aufgezeichnet werden. Die Geräte registrieren exakt, vor welchen Produkten man stehen bleibt, welche Waren aus dem Regal in den Einkaufskorb gelegt werden und ob Produkte wieder zurückstellt werden. Hat der Kunde seine Einkäufe erledigt, kann er den Amazon Go-Supermarkt verlassen, ohne an einer Kasse bezahlen zu müssen. Stattdessen erhält er einen Kassenbeleg auf sein Handy gesendet und der Betrag wird von der Kreditkarte abgebucht. Selbstverständlich bietet Amazon auch seine hauseigenen Fertiggerichte und Kochboxen an. Ist man dann zuhause, hilft Amazons Sprachassistent Alexa bei der Zubereitung.

Ein ganz anderes Beispiel für den Einsatz künstlicher Intelligenz kommt aus der Medizin, wo spezielle Computer anhand von Röntgenbildern bestimmte Krankheiten erkennen können. Hinter dieser Technologie stecken intelligente Algorithmen, welchen mithilfe riesiger Datensätze, die bis zu 200.000 Röntgenbilder umfassen, die Erkennung entsprechender Krankheitsbilder antrainiert wurde. Diese digitalen neuronalen Netzwerke sind so gut, dass sie Erkrankungen genauso präzise diagnostizieren können wie spezialisierte Ärzte. Um weitere Leiden erfassen und neue Diagnoseverfahren konzipieren zu können, werden die Computer künftig gemeinsam von Medizinern, Datenwissenschaftlern und Mathematikern trainiert. Selbst eine Früherkennung von Krankheiten wäre dann möglich, sofern genügend private Daten wie zum Beispiel Bewegungsmuster aus der Uhr oder dem Handy analysiert werden.

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