Internetportal bewertet und beleiht Schmuck

Ein Online-Angebot in Deutschland vergibt Pfandleihe gegen Wertgegenstände. Die Pfandleihe ist bis zu 100.000 Euro möglich und soll bequem von zu Hause aus funktionieren.

2014-10-30 (fw/db) Die Deutsche Pfandkredit AG, eine Pfandleiher aus Essen meldet den Relaunch des Internetportals „iPfand“. Menschen mit Sachvermögen, Kleinunternehmern und Selbstständigen sollen auf diesem Weg innerhalb von 24 Stunden Liquidität bis 100.000 Euro als Pfandkredit durch Hinterlegung von Leihgütern wie Luxus-Uhren, Schmuck, Edelmetallen, Edelsteinen oder anderen Wertgegenständen verschafft werden.

Hinter „iPfand“ steht Achim Illner, als CEO und Gründer. Illner ist gleichzeitig Vorstand des Essener Pfandleihhauses Deutsche Pfandkredit AG, das hinter dem Portal als Anbieter steht und Mitglied im 1950 gegründeten Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes.

Angebote wie „iPfand“ wollen, nach eigenen Angaben, eine kostenfreie Begutachtung und eine versicherte Abholung beim Kunden bieten. Der Online Pfandleiher will zunächst ein Teil des Verkaufspreises als Pfandleihe auszahlen, um dann nach Monaten zu einem vereinbarten Termin, das hinterlegte Schmuckstück zum fairen Marktpreis zu verkaufen. Unabhängig davon, ob das Geschäftsmodell des Essener Pfandleihers großen Erfolg hat, gibt es in der Pressemitteilung einige nützliche Tipps zur Bewertung von Wertgegenständen dieser Art.

Zunächst den richtigen Wert ermitteln

Wie wertvoll ein Schmuckstück ist, hängt grundsätzlich von Material, Größe, Gewicht, Karat und natürlich dem aktuellem Zustand ab. Für den Verkauf exklusiver Schmuckstücke ist daher immer eine professionelle Begutachtung wichtig. In der Regel bieten Juweliere, Schmuckexperten und auch Pfandleihhäuser diesen Service an, der teilweise kostenpflichtig ist.

Der An- und Verkauf von Gold

Heute ist die Nachfrage nach Anlagegold weltweit auf einem sehr hohen Niveau. Der Goldpreis hat allerdings in 2013 einen Kursrutsch erlebt. Soll Gold verkauft werden, ist es wichtig den Tagespreis für Gold zu kennen. Der Tagespreis bezieht sich immer auf reines Gold und wird bei einem geringeren Reinheitsgrad entsprechend angepasst. Der Goldanteil eines Schmuckstücks, etwa 333, 585 und 750, ist im Goldstempel (meist am Verschluss) abzulesen. Händler überprüfen den Goldgehalt und Echtheit mit einer chemischen Lösung. Der Test ist erforderlich, da Goldstempel als Prägungen nicht immer zuverlässig sind.

Daneben wird zur Ermittlung des Kaufwerts stets das Gewicht festgestellt. Sind Tagespreis, Reinheitsgrad und Gewicht des Schmuckstückes bekannt, können Preise tatsächlich verglichen werden. Am wertvollsten ist das 999er Gold mit 24 Karat, das aufgrund seiner Weichheit in der Regel zu Schmuck verarbeitet wird. Besonders helles oder sogenanntes Weißgold ist hingegen weniger wertvoll, da das Gold bei der Herstellung mit Silber vermischt wurde. Bei Weißgold handelt es sich in der Regel um 585er Gold mit 14 Karat. Mit Kupfer durchmischtes Rotgold hat den geringsten Goldanteil, man spricht hier auch von 8 karätigem 333er Gold.

Gute Designer-Arbeit steigert oft den Wert

Neben dem Materialwert, meist der Goldwert, tragen die Namen bekannter Marken ganz erheblich zum Wert eines Schmuckstücks bei. Beliebt sind Schmuckstücke aus dem Hause Cartier, Tiffany, Bulgari, Niesing, Chopard und Hermes. Diese Luxusmarken werden bei Käufern aufgrund ihres Images, der Sicherheit und vor allem der Wertstabilität, die mit den großen Markennamen verbunden ist, stärker nachgefragt. Dazu ist der Besitz von Zertifikaten erforderlich, aus denen sich auf die Echtheit der Schmuckstücke rückschließen lässt. Exklusiven Marken werden manchmal mit echten Materialien nachgemacht und als Fälschung illegal an den Markt gebracht, so dass nur die Kombination mit echten Zertifikaten volle Sicherheit gewährleistet.

„Diamonds are girl’s best friends“

Ist ein Schmuckstück mit echten Edelsteinen wie Rubine oder Diamanten besetzt, steigert dies den Wert. Der Preis für echte, unbehandelte Edelsteine, insbesondere Diamanten, ist in den letzten Jahren teilweise gestiegen. Für den Wert eines Steins sind Klarheit, Schnitt, Farbe und Karat entscheidend. Der Wert eines Diamanten richtet sich auch nach seinem Härtegrad (Mohs). Besonders wertvolle Edelsteine verfügen über eine Mohshärte zwischen 8 und 10. Zusätzlich hat die Karat Zahl einen entscheidenden Einfluss auf den Wert: Sie gibt die Abmessung des Diamanten in Millimeter sowie die Güte des Schliffs eines Steins wieder. Besonders Steine ab 0,5 Karat besitzen eine Wertigkeit, ab 1 Karat bewegt man sich in der Regel im 4-stelligen Wertebereich.

Je symmetrischer, proportionaler und exquisiter ein Stein geschliffen ist, desto höher ist auch seine Brillanz und Lichtreflektion. Als letztes Kriterium wird die Reinheit für die Wertschätzung eines Edelsteines beurteilt. Unter der Vergrößerung enthalten viele Steine Einschlüsse fremder Materialien oder Risse. Lupenreine Steine, die auch unter der Vergrößerung keine Einschlüsse aufweisen, sind besonders wertvoll.

Beim Kauf und Verkauf von Edelsteinen wird auf das Echtheitszertifikat geachtet. Diese Zertifikate werden von gemmologischen Instituten ausgestellt. Die Reputation der Institute ist untereinander keineswegs einheitlich. Bewertet ein weniger angesehenes Institut ein Schmuckstück mit einem sehr hohen Wert, kann dies bei einem Top-Institut deutlich mittelmäßiger ausfallen.

Die international führenden Institute, deren Expertisen weltweit ohne Einschränkungen anerkannt werden, sind zum Beispiel das IGI (International Gemological Institute) oder das GIA (Gemological Institute of America). Zertifikate deutscher Einrichtungen, wie der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft aus Idar Oberstein, dem zentralen Ort für Edelsteinkunde in Deutschland, sind zwar auf dem internationalen, professionellen Markt weniger bekannt, bieten aber in Deutschland schon eine gute Basis.

Den richtigen Experten zur Prüfung heranziehen

Die Begutachtung und Klassifizierung von Schmuck und Edelsteinen ist ein komplexes Unterfangen. Ein vertrauensvoller Experte dem Bundesverband der Juweliere oder dem Deutschen Pfandleihe Verband, angehören.

Schnell und vor allem kostenfrei soll die Wertermittlung bei der neuen Pfandleihe über das Internet gehen. Wer vorübergehend und schnell Bargeld benötigt, kann hier seine Schmuckstücke auch nur beleihen und diese zu einem vereinbarten späteren Zeitpunkt wieder auslösen. Für den Verkauf können in Pfandhäusern außerdem gute Preise erzielt werden.

Wie der neue Internet-Service im Markt ankommt gilt es abzuwarten. Bei Erfolg ist damit zu rechnen, dass Mitbewerber einen ähnlichen Service starten.

Dietmar Braun