Immobilienausblick 2020 – Was kommt nach dem Rekordjahrzehnt?

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In den vergangenen zehn Jahren sorgte das Zusammenspiel von wirtschaftlichem Aufschwung und niedrigen Zinsen für eine bislang einmalige Entwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt. Für das Jahr 2020 deutet einiges darauf hin, dass sich der Positivtrend abschwächen wird. Manche Experten gehen sogar von Seitwärtsbewegungen aus. Die Herausforderungen steigen stetig, und das liegt bei Weitem nicht nur an den schwachen Konjunkturaussichten für Deutschland und Europa.

Neue Regulierungen für Berlins Wohnungsmarkt?

Am deutschen Wohnungsmarkt sorgten im Jahr 2019 Themen wie die in Berlin geführte mögliche Enteignungsdebatte und der Mietendeckel für Schlagzeilen und Verunsicherung. Jene Regulierungsvorschläge könnten Experten zufolge dazu führen, dass sich einige internationale Investoren schrittweise aus dem deutschen Wohnungsmarkt zurückziehen. Zudem steigen die Baupreise durch die Auslastung der immer weiter.

Trotz dieser Herausforderungen blicken viele Marktteilnehmer positiv ins neue Jahrzehnt, zum Beispiel Daniel Preis, Chief Sales Officer (CSO) der Domicil Real Estate AG: „Brexit, Niedrigzinsen, drohende Rezession, Mietendeckel, im Moment kursieren allerlei Schreckensszenarien über den Wohnungsmarkt. Blickt man auf die Fundamentaldaten, muss man aber feststellen: Der Zuzug in wirtschaftlich starke Regionen hält an, die Anzahl der Neubauwohnungen reicht bei Weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Das wird nicht ohne Folgen bleiben. Bestandswohnungen werden weiterhin heiß begehrt sein – für die Anleger bedeutet das eine positive Rendite, kein Normalfall mehr im Umfeld der heutigen Altersvorsorge.“

Auch Mark Heydenreich, Geschäftsführer der FORTIS Group, gibt sich zuversichtlich und spricht sogar von einem steigenden Investoreninteresse: „Durch die ausbleibende Zinswende im Jahr 2020 und dem weiter anhaltenden Niedrigzins wird es keine Trübung im Immobilieninvestmentmarkt geben. Im Gegenteil, es werden mehr Investoren und Mittel im weltweiten Markt bereitstehen. Demnach bleibt weiterhin ein Nachfrageüberhang bestehen, aber auch eine geringere Verkaufsbereitschaft bei den Eigentümern der Immobilien. Folglich bleiben die Anfangsrenditen im kommenden Jahr weiter unter Druck.“

Diese Einschätzung wird von den Prognosen des Portals Immowelt.de unterstützt: Für das Jahr 2020 erwarten diese, dass der Nachfrageüberhang am Mietmarkt besonders in den deutschen Großstädten bestehen bleiben wird und die Wohnungsmieten weiter steigen werden, wenngleich nicht so stark, wie in den zurückliegenden Jahren. Auch bei Wohneigentum könnte im bundesdeutschen Durchschnitt der Quadratmeterpreis bis Ende 2020 nochmals um bis zu 1.000 Euro steigen – Käufer müssten also bis zu 28 Prozent mehr investieren. Die Neubautätigkeit dürfte diese Preisentwicklung nur bedingt bremsen. Den Analysten von Savills zufolge werden die Fertigungszahlen 2020 nicht bedarfsdeckend sein.

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