Hier gibt es keinen Klimawandel

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Das Immobilien-Investitionsklima in Europa bleibt weitgehend konstant. Jedoch macht sich in Großbritannien die zunehmende Unsicherheit bezüglich des Brexits bemerkbar. Insgesamt sind die europäischen Immobilieninvestoren auf die aktuelle Kapitalmarktsituation gut eingestellt.

Ein wesentlicher Grund für den aktuellen Boom auf den Immobilienmärkten in Europa ist die Nullzinspolitik der EZB. Die negative Seite des Booms: Die Renditen sinken. Dass sich diese Entwicklung künftig umkehren wird, glaubt nur eine Minderheit der institutionellen Immobilieninvestoren, wie der aktuelle Immobilien-Investitionsklimaindex von Union Investment zeigt. So gaben 67 % der 150 befragten institutionellen Investoren in Deutschland, Großbritannien und Frankreich an, dass sie aufgrund der Entscheidung der EZB, den Leitzins perspektivisch niedrig zu halten, mit einem weiteren Absinken der Nettoanfangs-Renditen bei Immobilientransaktionen rechnen. Dass die steigenden Preise zu weniger Nachfrage führen, glaubt nicht einmal jeder zweite Investor: 57 % rechnen damit, dass das jährliche Transaktionsvolumen in den europäischen Core-Märkten gleich bleiben oder sogar noch etwas ansteigen wird.

Jeder zweite rechnet mit Verfehlen der Renditeziele

Wenn die Renditen weiter sinken sollten, ist es für Investoren wichtig zu wissen, auf welche Nutzungsarten man setzen muss, um noch ausreichende Erträge zu erwirtschaften. Als mögliche attraktive Nutzungsklassen nannten die Teilnehmer des Immobilien-Investitionsklimaindex Shopping Center und Logistikimmobilien. Für diese beiden Nutzungsarten rechnen 40 % der Befragten mit steigenden Nettoanfangs-Renditen. Gerade einmal halb so viele Befragte glauben, dass die Renditen für High-Street-Objekte und Büroimmobilien in Zukunft steigen werden. Grundsätzlich bleibt die Risikoausrichtung der Immobilien-Investoren im aktuellen Marktumfeld eher defensiv. So verfolgen zwei Drittel aller Befragten die Anlagestrategie „Gleiches Risiko – geringere Rendite“. Entsprechend geht auch die Hälfte der Umfrageteilnehmer davon aus, dass sie die ursprünglichen Renditeziele nicht erreichen werden.

„Die europäischen Immobilien-Investoren haben sich bislang relativ gut auf die lower for longer Strategie der EZB eingestellt. Sie überschlagen sich weder in Renditefantasien, noch vernachlässigen sie ihr Risikomanagement“, attestiert Olaf Janßen, Leiter Immobilien Research bei Union Investment anhand der Umfrageergebnisse den Immobilieninvestoren einen positiven Umgang mit dem aktuell schwierigen Kapitalmarktumfeld. „Gleichzeitig stehen viele Marktteilnehmer aber auch unter Zugzwang, ihre Handlungsspielräume auszureizen oder alternative Lösungswege zu beschreiten, die neue Chancen eröffnen können, denn der Kapitaldruck lässt nicht nach“, so Janßen weiter.

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