Händeschütteln gefragt

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Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. In den anstehenden Wechselwochen zur Kfz-Versicherung werden es immer mehr, die von den Kunden genutzt werden. Die Digitalisierung macht sich hier eindrucksvoll bemerkbar. Doch am Ende verlassen sich die Bundesbürger bei der Versicherung ihres fahrbaren Untersatzes doch noch ganz gerne auf die Betreuung durch einen Makler.

Makler machen einen weiten Bogen um Kfz-Versicherungen, die Wechselwochen sind ihnen ein ganz besonderer Graus. Das mache nur Arbeit, Verdienst und Kundenbindung seien in dem Geschäft nahezu unmöglich. So lautete jahrelang das allgemeine Credo. Und jetzt dies: Das Software- und Analysehaus MORGEN & MORGEN erweitert seine Produktpalette um das neue Modul „Kraftfahrzeug“. Ab Ende September können User der Vergleichssoftware M&M Office Prämien- und Leistungstextvergleiche für verschiedene PKW, Krafträder, Camping- und Nutzfahrzeuge gegenüberstellen. Neben detaillierten Leistungsfiltern werden auch Rabatte berücksichtigt. „Das Modul ermöglicht die Berechnung einer Vielzahl von Wagniskennziffern“, ergänzt Pascal Schiffels, Mitglied der Geschäftsleitung von MORGEN & MORGEN GmbH, „unsere Kunden können aus 40 Versicherern auswählen und eine Online-Policierung ohne Medienbruch durchführen“. MORGEN & MORGEN ergänzt im Zuge der Neuentwicklung des Vergleichsprogramms M&M Office dieses in einem der ersten Schritte um das neue Modul. Das responsive Design ermöglicht eine geräteunabhängige optimale Anzeige der Vergleichsergebnisse. In der Startphase nutzen Kunden das KFZ-Modul bis zum 29. Februar 2020 kostenfrei. Hat sich die Stimmung bei den Maklern plötzlich wieder geändert? Oliver Pradetto, Geschäftsführer bei blau direkt, sollte es wissen. Er sagt: „Makler nutzen das Kfz-Geschäft gern als Türöffner oder für die Versorgung von Stammkunden. Als eigenständiges Geschäft wäre es zu wenig lukrativ. Bei blau direkt haben daher etwa 72 % aller Kfz-Kunden weitere Verträge.“ Von den rein online geworbenen Kunden schließe binnen zwei Jahren jeder zweite von sich aus eine weitere Versicherung ab. Michael Ludwig, Abteilungsdirektor Kraftfahrt der BGV-Versicherung AG, sieht die Sparte nur bedingt als Türöffner: „Insgesamt haben wir eine Durchdringungsquote von ca. 1,51 %. Das heißt durchschnittlich hat etwas mehr als die Hälfte unserer Kunden mehr als eine Sparte bei uns versichert. Bei unserer Ausschließlichkeitsorganisation (AO) beträgt dies Quote 1,96 % – liegt also deutlich höher.“ Und Dr. Jürgen Cramer, Vorstandsvorsitzender SparkassenDirekt Versicherung AG, winkt gleich ganz ab: „Kfz war nie Türöffner. Das ist ein Märchen der Vertriebsvorstände.“

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