Gewusst wie?!

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Ist die Vergangenheit ein guter Wegweiser für die Zukunft? Wenn dem so ist, dann dürften gemischte Portfolien auch weiterhin ganz weit oben auf der Absatzliste stehen. Das speziell in Zeiten, in denen die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten einige Marktkenner doch ins Grübeln geraten lässt. Wie viel an Flexibilität, sprich Mischung, darf es denn im Sommer 2020 sein? Eine Zwischenaufnahme.

Ein Blick auf die BVI-Statistiken zum Stichtag 31.03. gibt Gewissheit. Das 1. Quartal war für die Fondsindustrie nicht glänzend, sondern mies. Starke Abflüsse im März in Folge des Kurseinbruchs an den Börsen prägten das Bild. Nach Zuflüssen im Januar und Februar von insgesamt etwas mehr als 9 Mrd. Euro, zogen Anleger im 3. Monat 2020 knapp 23 Mrd. Euro allein aus Publikumsfonds ab. Auch Mischfonds mit Abflüssen von circa 5 Mrd. Euro konnten sich dem negativen Gesamttrend nicht entziehen, wenngleich ihr Rückgang im Vergleich zu den Aktienfonds moderater ausfiel. Insgesamt ein Volumen von 275 Mrd. Euro umfasst die zweitstärkste Kategorie, direkter hinter dem Platzhirsch Aktienfonds. In den vergangenen Jahren hat sich das verwaltete Volumen exorbitant gesteigert. Insbesondere aktienbetonte Mischfonds haben jedoch in den zurückliegenden Jahren ihren prozentualen Anteil ausbauen können. Das ist natürlich auch auf die Hausse an den Kapitalmärkten zurückzuführen. Und wie gingen die Experten mit den Wirren infolge der Corona-Pandemie um? Guillaume Brisset, Partner und Fondsmanager bei Clartan Associés, sagt: „Die große Herausforderung lag an der Geschwindigkeit des Abschwungs über alle Branchen und Assetklassen hinweg. Aktientitel, die schon vor Corona als unterbewertet galten, haben teilweise trotzdem weitere 30 bis 40 % Kursverlust, in der Spitze kurzzeitig sogar -70 % hinnehmen müssen. Unternehmensanleihen haben ebenfalls hohe Kurseinbußen hinnehmen müssen. Die Mär, Anleihen seien sicher, wurde hier erneut auf die Probe gestellt.“ Und Marc Decker, Head of Asset Management bei Merck Finck, ergänzt, dass im März eigentlich nur mehr Staatsanleihen der europäischen Kernländer oder US Treasuries liquide gewesen wären. „Im Segment der Unternehmensanleihen waren zumeist keine fairen Geld/Brief-Kurse mehr erhältlich. An dieser Stelle wird es dann für einen Mischfonds-Manager schwer, Umschichtungen durchzuführen“, stellt Decker fest. Und diese Feststellung trifft sozusagen den Nagel auf den Kopf. Denn wenn die Entwicklung der beiden wichtigsten Anlageklassen, Aktien und Renten, eng aneinandergekoppelt ist (beide tendierten im März gen Süden), dann kommt dem aktiven Management von gemischten Fonds eine besondere Bedeutung zu.

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