Führungsprinzipien für Manager

Andreas Buhr

Um Mitarbeiter im Finanzvertrieb zu motivieren, das Beste aus ihnen herauszuholen und sie zu einem erfolgreichen Team zusammen-zuschweißen, ist gute Führung gefragt. Doch was heißt gute Führung, worauf kommt es konkret an? Andreas Buhr, Experte für Führung im Vertrieb, stellt 10 wichtige Führungsprinzipien vor – als Basis für ein Führungshandeln, das von Werten zu Wertschöpfung führt.

(fw) Über 25 Jahre Vertriebserfahrung haben mir gezeigt: Die effizienten Führungskräfte im Finanzvertrieb lamentieren nicht. Gemäß dem Motto „Machen statt meckern!“ ergreifen sie die Initiative und machen. Im Sinne von: Einfach machen, also: „Entscheiden und durch!“. Aber auch im Sinne von „Einfach(er) machen“. Das gelingt ihnen, weil sie trotz – oder auch gerade wegen – aller Komplexität im Business Führungsleitlinien an der Hand haben, die einfach und klar sind. Ich nenne diese Führungspersönlichkeiten daher ©lean leader: Sie sind „clean“ in ihrer Führung – sauber und klar. So berufen sich diese erfolgreichen Manager im Finanzvertrieb auch auf ein Set an klaren Werten. Das macht sie berechenbar für ihre Mitarbeiter. Es macht sie authentisch und zuverlässig! Und Zuverlässigkeit gibt den Mitarbeitern Sicherheit – Sicherheit in Zeiten des Wandels (also immer), bei wirtschaftlichen Herausforderungen. Sie geben da Orientierung, wo die Businesswelt immer schneller, fordernder und widersprüchlicher wird. Gerade in dieser Zeit der massiven Veränderungen in der Finanzdienstleistungsbranche helfen sie, Barrieren im Kopf zu finden und zu lösen. Barrieren, die Entscheidungsräume verschließen und Optionen verstellen. Die Hemmschwellen vor Taten auftürmen. Das heißt: Führungskräfte machen sich selbst und ihr Team erfolgreich, indem sie Orientierung geben. Ihre Führungsprinzipien sind damit die Basis eines Führungshandelns, das von Werten zu Wertschöpfung führt. Zeit auch für Sie, sich entsprechend auszurichten. Ich gebe Ihnen 10 Führungsprinzipien an die Hand, auf die es ankommt: Führungsprinzip 1 Fokussieren Sie sich auf die wesentlichen Dinge: Arbeiten Sie mehr am Unternehmen, weniger im Unternehmen. Was ich damit meine: Nicht Ihre vielen Überstunden und die zahlreichen E-Mails, die zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern hin- und hergehen, führen Ihr Unternehmen in die Zukunft. Es kommt vielmehr darauf an, das Richtige zur richtigen Zeit, am richtigen Ort zu tun – und dies häufig und konsequent. Hierzu müssen Sie oft Dinge in Millisekundenschnelle innerlich bewerten können. Ein gutes Gefühl dafür zu entwickeln, was jeweils zu entscheiden ist, ist somit Ihr Ass. Tipp: Trainieren Sie Ihre Intuition. Üben Sie dies schon bei Ihrer nächsten Entscheidung! Was ist Ihre erste spontane Eingebung? Fassen Sie dies innerlich in Worte. Vergleichen Sie, zu welchem Ergebnis Sie bei logischer Abwägung der vorliegenden Fakten kommen. Wägen Sie dann beide Entscheidungen in ihren möglichen Auswirkungen ab. Wenn Sie so regelmäßig vorgehen, aktivieren Sie Ihre intuitiven Eigenschaften und bekommen ein feineres Gespür dafür, was sich auf Ihrer Gefühlsebene abspielt. Führungsprinzip 2 Trainieren Sie Ihr Entscheider-Gen: Auch wenn das richtige Bauchgefühl da ist, und selbst wenn alle Fakten geprüft, Pro-und-Contra-Listen erstellt wurden: Ein gewisses Risiko, die vermeintlich falsche Entscheidung zu treffen, besteht immer. Deshalb erfordern Entscheidungen immer Mut. Doch auch den können Sie trainieren! Tipp: Erklären Sie Aussagen wie „Wann soll ich das denn noch machen?“, „Warum immer ich?“ u. ä. für sich zum Tabu. Denn das sind Opfer-Aussagen. Formulieren Sie Macher-Aussagen daraus – etwa „Was brauche ich, um mein Ziel zu erreichen?“, „Es ist wie es ist – wie kommen wir jetzt voran?“. Machen Sie sich hierzu in Zukunft immer klar, welche Fragen zu einer Situation oder Entscheidung unausgesprochen in Ihrem Kopf sind, und notieren Sie diese. Führungsprinzip 3 Stellen Sie den Menschen ins Zentrum Ihres Führungshandelns: Hervorragende Führungskräfte sehen in 1. Linie den Menschen im Mitarbeiter. Demnach sollte auch für Sie der Mensch, dessen Talente und Stärken der Fokus Ihres Handelns sein. Helfen Sie dem Mitarbeiter, mehr zu leisten als das, wozu er sich selbst imstande sieht. So machen Sie Geführte zu Folgenden. Tipp: Stellen Sie sich öfter Fragen zu Ihrem eigenen Menschenbild. Woran glauben Sie in der Zusammenarbeit und dem Zusammenleben mit anderen Menschen – und zwar zutiefst im Inneren, wo Sie auch Ihre Vorurteile „verstecken“? Seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst! Denken Sie außerdem darüber nach, wie Sie Ihre Haltung in der Kultur Ihres Unternehmens empfinden. Welches Menschenbild wird dort gelebt? Die Klarheit hilft Ihnen, authentisch und kongruent zu sein. Führungsprinzip 4 Handeln Sie zuverlässig als Vorbild: Ihre Autorität hängt immer davon ab, ob Sie für Ihre Mitarbeiter ein zuverlässiges Vorbild sind. Dies sind Sie aber nur, wenn Ihre Worte und Ihre Taten übereinstimmen. Nehmen Sie sich den Satz „Walk your talk!“ als Motto, seien Sie stets verbindlich! Tipp: Holen Sie sich von Dritten ein detailliertes Feedback darüber ein, wie Sie nach außen hin wahrgenommen werden. Das können Mentoren, gute Bekannte oder vertrauenswürdige Kollegen sein. Prüfen Sie: Stimmen Eigen- und Fremdbild überein? Was glauben die Anderen, welche Werte Sie vertreten? Und wie stark empfinden diese die Übereinstimmung Ihrer Werte mit Ihrem Handeln?