Finanzielle Bildung – Sparen lernen per Kinder-App

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Vor über vier Jahren kritisierte die damals 17jährige Schülerin Naina mit einem Tweet die mangelnde Finanzbildung an deutschen Schulen. In der Öffentlichkeit erntete sie damit breite Zustimmung. Verändert hat sich seitdem allerdings kaum etwas. In der angelsächsischen Welt haben indes diverse Apps für Kinder die Aufgabe der Finanzerziehung übernommen. Auf dem deutschen Markt besteht hier noch eine beträchtliche Marktlücke.

In der frühen Kindheit werden wir bekanntlich am meisten geformt. Unsere Eltern vermitteln uns wichtige Werte und gutes Benehmen – zumindest idealerweise. Außerdem sammeln wir als Kinder die ersten Erfahrungen im Umgang mit Geld. Oftmals haben diese ersten Eindrücke große Auswirkungen auf unser finanzielles Verhalten als Erwachsener: lernen wir mit Ressourcen zu haushalten oder konsumieren wir? Lernen wir selbst für unser Geld zu arbeiten oder erwarten wir Unterstützung von anderen.

Finanzmanagement kinderleicht

Über diese Fragen machte sich bereits vor zehn Jahren eine Gruppe von Eltern im englischen Küstenstädtchen Lymington Gedanken. Das Resultat ihrer Überlegungen ist GoHenry, eine App für den amerikanischen und britischen Markt. Sie lehrt jungen Menschen ab dem Alter von sechs Jahren gutes Finanzmanagement digital auf zeitgerechte Art und Weise. Im Jahr 2012 kam sie auf den Markt, Ende 2018 hatten 379.000 Kinder aktive Accounts.

Die App ermöglicht es Eltern, ihren Kindern regelmäßiges Taschengeld zu überweisen, einmalige Zahlungen zu tätigen oder sie für Aufgaben im Haushalt zu bezahlen. Die Kinder erhalten per App den Überblick über ihre Finanzen und bekommen eine eigene Debit-Karte von VISA. Die Eltern bestimmen, wo die jungen Menschen ihre Karte benutzen können: in Geschäften, online oder am Geldautomaten. Sie können die Karte ihrer jungen Sprösslinge jederzeit sperren lassen oder Ausgaben-Limits einrichten. Darüber hinaus können Eltern in Echtzeit verfolgen, wie viel Geld ihre Kinder wofür ausgeben.

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