Es lohnt sich immer seltener

Als einzige der 107 kreisfreien Städte in Deutschland bietet Weimar laut Postbank Wohnatlas günstige Bedingungen für ein Immobilieninvestment / Foto: © pure-life-pictures - stock.adobe.com

Nur noch 16 Landkreise und kreisfreie Städte bieten günstige Bedingungen für Immobilieninvestments, eine Halbierung zum Vorjahr. Ein Bundesland dominiert dabei. Vor allem ländliche Regionen bieten noch günstige Investitionschancen. Aber auch die Städte sind alles andere als zu vernachlässigen.

In welchen Regionen lohnen sich Immobilieninvestments? Dieser Frage geht jedes Jahr der Postbank Wohnatlas nach, der von Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts berechnet wird. Hierzu wird die Entwicklung der Immobilienpreise in den 401 Landkreisen und kreisfreien Städten (im Folgenden aus Vereinfachungsgründen nur „Kreise“ genannt) untersucht.

Im vergangenen Jahr sind die Quadratmeterpreise über alle Kreise hinweg im Schnitt inflationsbereinigt um 7,2 % gestiegen. Damit erreichte der Preisanstieg den höchsten Wert seit Auflage des Postbank-Wohnatlasses. Treiber dieser Entwicklung waren aber nicht nur die Großstädte, sondern auch ländliche Regionen. In 353 der 401 untersuchten Kreise lagen die Wertentwicklungen bei den Kaufpreisen zwischen 2017 und 2018 über denen der Mieten. Die Folge: Der Vervielfältiger erhöht sich immer mehr. So mussten Käufer im vergangenen Jahr in etwa jedem zweiten Kreis 22,5 Jahresnettokaltmieten und mehr für den Erwerb einer Wohnung aufbringen. Dabei ist nicht auszuschließen, dass es regional auch zu Überzeichnungen kam, ein künftiger Preisanstieg also bereits mit eingerechnet wurde. Die Folge dieser Entwicklung: Nur 16 Kreise bieten günstige Bedingungen für eine Immobilieninvestment, im Vorjahr waren es noch 20 mehr.

Als Kriterium für die Investitionschancen wurden zwei Faktoren herangezogen: Die Relation zwischen Kaufpreise und lokalen Mieten und die voraussichtliche reale Preisentwicklung bis zum Jahr 2030. Der Vervielfältiger diente als Messlatte für die Kaufpreise. Besonders gute Investitionschancen bescheinigten die Experten Kreisen, in denen bis zum Jahr 2030 real ein Preisanstieg von 0,5 % jährlich zu erwarten ist und der Vervielfältiger weniger als 22,5 beträgt.

Blick nach Nordwesten lohnt sich

Für 127 Kreise werden bis zum Jahr 2030 reale Wertzuwächse von mehr als 0,5 % jährlich prognostiziert. Laut der Prognose finden Kaufinteressierte zugleich noch moderate Kaufpreise gemessen an der örtlichen Miete (Vervielfältiger kleiner als 22,5) vor allem außerhalb der Städte im Nordwesten Deutschlands. So bieten laut Investitionschancen-Index gleich sechs Landkreise in Niedersachen solch gute Rahmenbedingungen, mehr als in jedem anderen Bundesland. Erstaunlich: Diese Kreise befinden sich alles andere als abseits der Metropolregionen. So finden sich auch die an Hamburg angrenzenden Landkreise Harburg (Niedersachsen), Stade, Segeberg und Herzogtum Lauenburg (alle Schleswig-Holstein) ebenso im Index mit den besten Investitionschancen wieder wie der am südwestlichen Rand der Hamburger Metropolregion gelegene Landkreis Rotenburg (Wümme).

Für Immobilieninvestoren kann es sich aber auch lohnen, noch weiter nach Westen zu gehen. So bieten die unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze gelegenen Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland sowie der Landkreis Osnabrück relativ günstige Immobilien, die in Zukunft noch an Wert zulegen sollten. Auch südlich von Osnabrück, im münsterländischen Landkreis Coesfeld, können Immobilieninvestoren günstige Bedingungen vorfinden.

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