Ertragsquellen mit Anleihen

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Anleihen der Schwellenländer haben sich 2019 gut entwickelt. Die Fundamentaldaten für 2020 erscheinen durchaus solide. Es bieten sich Chancen, um dem Niedrigzinsumfeld in den Industriestaaten zu entfliehen. Risiken bestehen aber nach wie vor, insofern sich ein selektiver Ansatz lohnt.

Das vergangene Jahr verlief an den Aktienmärkten vieler Emerging Markets durchaus zufriedenstellend bis gut. Trotzdem hinkte der MSCI Emerging Markets mit seiner Performance dem der Industriestaaten hinterher. Knapp 19 % schlagen für den breitgefassten MSCI Emerging Markets zu Buche, für den Weltindex MSCI World betrug der Zuwachs im vergangenen Jahr 28 %. Was würde den Schwellenländermärkten 2020 weiter helfen? Zum einen ein tendenziell schwächerer US-Dollar, zum anderen ein jüngst wieder denkbarer, guter Ausgang des Handelsstreits zwischen den USA und China und natürlich auch nachlassende Wachstumsbedenken gegenüber dem Riesen China. Und intern, von Land zu Land natürlich verschieden, die Implementierung weiterer Reformanstrengungen. Insgesamt haben die Zentralbanken der Schwellenländer – parallel zu den Notenbanken der Industrieländer – die Leitzinsen gesenkt, wobei sie in den vergangenen zwölf Monaten auch viele separate Zinssenkungen vorgenommen haben. Aaron Grehan, Portfolio Manager und Deputy Head of Emerging Market Debt bei Aviva Investors, kommentiert die Lage folgendermaßen: „Die laufenden Handelsverhandlungen zwischen den USA und China dürften erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Performance der Märkte im Jahr 2020 haben. Falls sich Fortschritte beim sogenannten Phase-One-Handelsabkommen zwischen Washington und Peking ergeben, dürften sich wachstumssensitive Vermögenswerte gut entwickeln. Währungen der jeweiligen Schwellenländer dürften sich dann als besonders stark erweisen.“ Auch Dorothea Fröhlich, Fondsmanagerin MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced und des MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund, malt mit Blick auf die Wachstumsaussichten ein tendenziell positives Bild für die Schwellenländer, speziell im Anleihensegment. „Während das Wachstum in den USA und Europa weiter rückläufig erwartet wird, soll es laut dem Internationalem Währungsfonds in den Schwellenländern von 3,9 % in diesem Jahr auf 4,8 % in 2020 ansteigen“, so die MainFirst-Expertin.

Insbesondere Schwellenländer-Anleihen erscheinen vor diesem Hintergrund als äußerst interessante und ertragreiche Portfoliobeimischung. Zum Kontrast: Nie zuvor war das Volumen ausstehender Anleihen mit negativer Rendite höher als im vergangenen Jahr. So lag die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe Mitte Januar bei minus 0,2 %. In diese Bresche können Emerging Markets- Anleihen mit attraktiven Renditen springen. Das hatte sich bereits im vergangenen Jahr gezeigt. „Wichtig ist ein vorsichtiger Ansatz, den Carry im Blick behalten und den Fokus auf Investmentmöglichkeiten legen, die solide Fundamentaldaten bieten und auch in einem schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld attraktiv sind. Auf Grundlage dieses Ausblicks meiden wir stark vom Außenhandel abhängige EM-Volkswirtschaften und bevorzugen kleinere Länder mit einer positiven makroökonomischen Entwicklung und einem robusten inländischen Konsum“, stellt Alejandro Arevalo, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond und des JupiterGlobal Emerging Markets Short Duration Bond, fest.

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