Emerging Markets bieten weiterhin Potenzial

Morgan Harting, Portfolio Manager Emerging Markets Multi-Asset AllianceBernstein / Foto: © Alliance Bernstein

Schwellenländer-Aktien haben vergangenes Jahr einen starken Wertzuwachs von 20,6 Prozent erzielt. Und auch für 2018 sehen wir interessante Anlagemöglichkeiten. Um sie effektiv zu nutzen, gilt es selektiv vorzugehen und Chancen über Asset-Klassen hinweg wahrzunehmen.

Breitere Basis für den Aufschwung

Die wirtschaftlichen Grundlagen vieler Schwellenländer verbessern sich zusehends. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in den Emerging Markets wird 2018 schätzungsweise auf 4,7 Prozent steigen. Viele Schwellenländer haben die Inflation unter Kontrolle gebracht, Leistungsbilanzdefizite abgebaut und eine umsichtigere Haushaltspolitik verfolgt und sind so widerstandsfähiger als noch vor einigen Jahren.

Die Außenhandelsbilanzen der Schwellenländer haben sich zudem erheblich verbessert. Die Emerging Markets sind dadurch weniger abhängig von ausländischem Kapital und weniger anfällig für steigende Zinsen in den Industriestaaten. Und Reformen sowie strukturelle Verbesserungen in vielen Ländern sorgen für eine weitere Aufhellung der Wachstumsaussichten.

Unter die Haube blicken

Schwellenmärkte sind jedoch ein sehr komplexes und differenziertes Anlageuniversum. Einzelne Länder und Branchen befinden sich in völlig unterschiedlichen Entwicklungsstadien und werden dementsprechend verschieden bewertet. Während Staaten wie Südkorea im Hinblick auf politische Stabilität, Pro-Kopf-Einkommen, Corporate Governance, Infrastruktur und Kapitalmarktreife bereits sehr nah am Niveau der Industrieländer sind oder diese sogar schon erreichen, haben andere – darunter auch große Märkte wie Indien – bei vielen der genannten Faktoren noch erheblichen Aufholbedarf.

Auch auf Sektorenebene bietet sich ein heterogenes Bild. Lange Zeit dominierten Rohstoffunternehmen die Schwellenmärkte. Diese sind nach wie vor mehr dem globalen Konjunkturzyklus unterworfen als von lokalen Gegebenheiten beeinflusst. Ein anderes Bild bietet sich im Konsumsektor. Lange Zeit dominierten ausländische Konzerne den Massenmarkt für alltägliche Gebrauchsgegenstände, und auch im Luxusgüterbereich gab die wachsende Mittel- und Oberschicht ihr steigendes Einkommen primär für Autos oder Uhren aus dem Westen aus. Auch heute noch spielen die etablierten Marken hier eine wichtige Rolle.

Doch von vielen Analysten oft unbemerkt, hat sich in vielen Schwellenländern inzwischen jedoch ein robuster und wachsender heimischer Konsumsektor entwickelt. Den Verbrauchern in Indonesien oder Brasilien ist es immer öfter egal, ob es sich um ein „Global Brand” handelt. Sie wollen ein hochwertiges Produkt und finden dafür immer öfter passende Optionen aus heimischer Herstellung.

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