Einheitlich nach vorne

Foto: © Grecaud Paul - stock.adobe.com

Die Europäische Union ist ein heterogenes Gebilde. Nicht unbedingt vergleichbar mit anderen Kontinenten. Doch mitunter schweißt die Vielfalt zusammen und erzeugt ungeahnte Stärke. Längere Zeit eher abgeschrieben erscheinen europäische Aktieninvestments insbesondere unter Bewertungsaspekten wieder en vogue. Berater sollten durchaus einen Blick darauf werfen, wenngleich auch die möglichen Gefahrenherde nicht außer Acht lassen.

Der europäische Kontinent umfasst mehr als 700 Millionen Einwohner. In den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) lebten im vergangenen Jahr nahezu 520 Millionen Einwohner. Deutschland war mit 82,5 Millionen Einwohnern dabei der bevölkerungsreichste EU-Staat – gefolgt von Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Italien. Durchaus kraftvoll. Und auch wirtschaftlich konnte unser Kontinent in den zurückliegenden Jahren durchaus überzeugen. Nach der schweren Finanzkrise geht es für die Wirtschaft Europas per se stetig bergauf. Seit 2015 lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung um die 2 % oder darüber. OK, nicht diese Stärke wie auf dem US-amerikanischen Festland (hier lagen die Wachstumsraten um die 3 – 3,5 %), aber immerhin attraktiv. Zuletzt hatte die EU-Kommission ihre Prognosen für 2019 allerdings auf 1,3 % heruntergeschraubt. Was bedeutet der wirtschaftliche Rückgang für europäische Aktien? Nun, in der Vergangenheit griffen viele Investoren und Berater (zu Recht) zu US-Investments. Gutes Wachstum, Allzeithochs bei den US-Indizes. Aus Bewertungsgesichtspunkten spricht jetzt jedoch auch einiges für Europa, so der einhellige Tenor. Jacques-Aurélien Marcireau, Co-Head of Equities bei Edmond de Rothschild Asset Management, bemerkt hierzu: „Wir glauben in der Tat, dass europäische Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen attraktiv sind. Sie bieten im Vergleich zu Aktien in anderen geografischen Gebieten ein gutes Bewertungsniveau. Auch der Europaexperte aus dem Hause DJE Kapital, Maximilian-Benedikt Köhn, betont, dass sowohl beim Kurs/Umsatz, Kurs/Buchwert als auch Kurs/Gewinn-Verhältnis Europa (STOXX 600) deutlich günstiger als die USA (S&P500) sei und ergänzt, dass es auch auf dem alten Kontinent innovative und stark wachsende Unternehmen gäbe. „Gut prüfen und richtig auswählen wird wichtiger: Europa entwickelt sich mehr und mehr zum Stock-Picking-Markt“, so sein Fazit. Insofern grünes Signal für europäische Titel. Und die Risiken, mögen Sie sich nun fragen?

Wie es um die europäischen Problemfelder steht, erfahren Sie auf Seite 2