Eine gelungene Schnittmenge  

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Hektik an den Finanzmärkten. Ein Tweet von Präsident Trump reicht aus, um die Kurse zumindest kurzfristig womöglich nach unten zu schicken. Das zehrt an den Nerven. Sie als Berater sind gefragt, Ihren Kunden gute Investmentlösungen anzubieten, um einerseits weiter an der positiven Marktentwicklung zu partizipieren, andererseits auch ein Sicherheitsnetz zu haben. Und zudem sollte es eine sinnvolle Alternative am Rentenmarkt sein. Eine Option sind Wandelanleihen (Convertible Bonds). Nach eher durchwachsenen Monaten hat das Neuemissionsgeschäft zuletzt an Fahrt aufnehmen. Insofern können Wandelanleihenfonds ein aussichtsreiches Investment für künftig unsichere Zeiten sein.

„Ich suche nach einer einträglichen Alternative im Niedrigzinsumfeld ohne die Risiken eines Direktinvestments in Aktien einzugehen“, diese Aussage hören Sie in Ihrem Alltag wohl häufig. Insbesondere zum gegenwärtigen Zeitpunkt, wo es mitunter wieder Höchststände am Aktienmarkt gibt und die Gefahr einer nachhaltigen Konsolidierung durchaus gegeben ist. Was wie die Quadratur des Kreises erscheint, ist durchaus realistisch umzusetzen. Insofern könnten Wandelanleihen im 1. Halbjahr des kommenden Jahres auf der Gewinnerseite stehen. „Anleiheninvestoren sind im weiterhin anhaltenden Niedrigzinsumfeld auf der Suche nach zusätzlichen Renditequellen. Hier stellt die Anlageklasse der Wandler eine interessante Möglichkeit dar, das klassische Anleihenportfolio zu ergänzen“, bestätigt Ute Heyward, Wandelanleihenexpertin der Schweizer Fisch Asset Management. Und Tania Minella, Fondsmanagerin bei Swisscanto Invest, ergänzt, dass Wandelanleihen einen guten Schutz gegen höhere Zinsen böten und die Duration von Wandelanleihen sehr stabil sei und bei etwa zwei Jahren läge. Schaut man sich die angesprochenen Merkmale diese Anlageklasse an, ist es tatsächlich das asymmetrische Kursverhalten – die Kombination aus garantiertem Rückzahlungspreis (= limitiertes Risiko) und unlimitiertem Kurspotenzial nach oben – das einen speziellen Reiz in vermeintlich unsicherem Fahrwasser sein könnte.

Dank des Wandlungsrechts nimmt der Besitzer eines Wandlers auch an steigenden Aktienmärkten teil. Da aber kein Zwang zur Wandlung besteht, kann auch bei schlechter Börsenlage die Anleihe behalten werden. Die Rückzahlungsgarantie bleibt. Das ist der für viele Anleger sehr wichtige Kapitalschutz. Der Unterschied zu einer klassischen Anleihe besteht hingegen im besagten Wandlungsrecht. Der Käufer einer Wandelanleihe hat die Option, die Anleihe in eine bestimmte Anzahl Aktien zu wandeln. Er sollte jedoch zwingend auf die Wandlungsfrist (Umtauschfrist) achten, d. h. klären, innerhalb welcher Zeiträume die Wandelung durchgeführt werden kann bzw., ob dies zu jedem Zeitpunkt möglich ist. Nur wenn Letzteres gewährleistet ist, kann eine positive Kursentwicklung der Unternehmensaktie auch zur Wandlung genutzt werden. Vereinfacht gesagt partizipieren Wandler zu etwa zwei Drittel an einem positiven Aktienumfeld, während sie nur bei etwa einem Drittel an negativen Bewegungen der Aktienmärkte mitmachen.

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