Ein Markt mit Chancen und Risiken

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Der aktuelle Boom der Sachwerte schlägt sich auch auf dem Zweitmarkt nieder. Auch wenn dieser Markt zahlreiche Vorteile bietet, ist er aufgrund einiger Tücken nur für bestimmte Anleger geeignet.

Bei einer Investition in AIF wird Kapital über viele Jahre (meistens ca. zehn) gebunden. Anlegern, die vor Ablauf dieser Zeit an ihr Geld wollen, steht aber ein Zweitmarkt zur Verfügung, der auch rege genutzt wird.

So wurde dort laut der Deutschen Zweitmarkt AG im vergangenen Jahr ein Nominalkapital von ca. 295 Mio. Euro gehandelt. Obwohl damit ca. 5 % weniger Nominalkapital als im Vorjahr gehandelt wurde, bedeutet es nicht, dass der Zweitmarkt bei Anlegern an Beliebtheit eingebüßt hat: Mit ca. 216 Mio. Euro liegt die Summe der Kaufpreise um 22 % höher als im Vorjahr. Auch der durchschnittliche Handelskurs hat sich innerhalb eines Jahres deutlich erhöht und liegt mit ca. 73 % um 16 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Wie auf dem Erstmarkt auch, erfreuen sich besonders Immobilienbeteiligungen großer Beliebtheit: Von den ca. 7.300 Handelsabschlüssen entfielen 2018 alleine ca. 4.800 auf Immobilien. Die hohe Nachfrage nach Immobilienbeteiligungen sorgt auch auf dem Zweitmarkt für Preissteigerungen: So lag im vergangenen Jahr der durchschnittliche Handelskurs für Immobilienfonds mit ca. 89 % um ca. 20 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. „Während Immobilieninvestoren die guten Objekte ausgehen, bieten Zweitmarktfonds weiterhin exzellente Chancen“, macht Marco Ambrosius, Geschäftsführer der HTB Hanseatische Fondshaus GmbH, im aktuellen Immobilienboom einen wesentlichen Grund für die Beliebtheit des Zweitmarktes aus. Auch Jens Freudenberg sieht den Zweitmarkt für AIF von der aktuellen Kapitalmarktsituation begünstigt: „Das anhaltende Niedrigzinsumfeld hat den geschlossenen Immobilienfonds zu sehr großer Nachfrage im Zweitmarkthandel verholfen.

Kapitalmarktumfeld begünstigt Zweitmarkt

Mittlerweile gelangen auch immer mehr Publikums-AIF in den Handel am Zweitmarkt, also Sachwertbeteiligungen, die nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) zugelassen wurden. Die Angebotspalette wird damit insgesamt größer. Davon profitieren auch Zweitmarktfonds wie das Angebot von BVT“, so der Bereichsleiter Private Kunden bei der BVT Unternehmensgruppe. Für Robert List gibt es, neben den niedrigen Zinsen, auch noch zwei weitere Faktoren, die für eine hohe Nachfrage am Immobilienmarkt sorgen: Kursverluste am Aktienmarkt und Erfahrungen aus der Vergangenheit, dass Immobilien gerade in Krisenzeiten mehr Stabilität gewährleisten würden. „Die Attraktivität von Investitionen am Zweitmarkt ergibt sich aufgrund der geringen Transparenz bei der Kursfindung, unkonkreten Preisvorstellungen sowie persönlichen Notsituationen der meisten verkaufswilligen Anleger. Nicht selten ist es daher möglich, mittelbar Immobilien unter deren nachhaltigen Markt-/Verkehrswerten zu erwerben“, führt der geschäftsführende Gesellschafter der asuco Fonds GmbH weiter aus. Ihm zufolge können Anleger sogar einen Vorteil daraus ziehen, dass sie erst in die Immobilie investieren, wenn diese bereits länger dem Fonds gehört: Sie können bei ihrer Immobilienanlage Kosten für Notar, Grunderwerbsteuer etc. umgehen. „Durch die günstigen Einkaufspreise und dem Wegfall der üblichen Nebenkosten können attraktive laufende Ausschüttungsrenditen und beim Objektverkauf hohe Veräußerungsgewinne erzielt werden.“

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