Drei Grundregeln für Versicherungsmakler & Social Media

Dr. Philipp Kanschik, Mitglied der Geschäftsleitung bei Policen Direkt / Foto: © Policen Direkt

Die überwältigende Mehrheit der Versicherungsmakler sieht wirtschaftliches Potenzial in Internet und Social Media und dennoch investieren mehr als 60 Prozent überhaupt nicht in Online-Werbung. Das ist das erschreckende Ergebnis einer unserer Umfragen aus dem vergangenen Jahr. Wer aber systematisch auf Social Media-Plattformen wirbt, gewinnt Neukunden – auch das zeigt die Analyse. Viele zögern angesichts zunächst immens erscheinender Anforderungen. Dass sich ein Anfang gerade auch in Zeiten der Corona-Krise lohnt und was dabei zu beachten ist, erklären wir im Folgenden.

Versicherungsmakler haben das Potenzial von Social Media prinzipiell erkannt, denn 73 Prozent haben entsprechende Accounts bei Facebook und Co. Regelmäßig und zielgerichtet kommuniziert wird dort aber eher selten. Twitter-Updates, Instagram-Stories, Xing-Gruppenpflege oder Beiträge für LinkedIn und Co. – die Auswahl der Zielmedien ist groß und viele Versicherungsprofis überlegen sich, wie sie hier erst einmal überhaupt einen Überblick gewinnen können. Gerade für kleinere Maklerunternehmen fehlen Analysekapazitäten, um herauszufinden, welche Netzwerke und Inhalte am besten funktionieren und wo sich die Pflege eines geschäftlichen Profils entsprechend lohnt. Nicht wenige wollen Fehler vermeiden und halten sich zurück. Wer drei grundlegende Regeln beachtet, findet auch ohne Vorkenntnisse als Versicherungsmakler schnell den Einstieg in die Welt der Social Media.

  • Breitenwirkung gewünscht? Die richtige Plattform finden

Auch wenn sich die Jugend mittlerweile auf TikTok vergnügt oder möglicherweise in Insta-Stories denkt – für den klassischen Versicherungsmakler lautet die Devise nach wie vor „Facebook First“. Dort ist die Mehrheit der Kunden und deswegen auch mehr als 70 Prozent der Versicherungsmakler. Viele wollen auch auf Instagram mehr machen. Wer mit seinen Nachrichten wahrgenommen werden will, macht aber nichts falsch, wenn er zunächst nur auf Facebook in die Geschäftswelt einsteigt. Das ist wie eine Bandenwerbung beim örtlichen Fußballverein: diese wird tendenziell häufiger gesehen als der mit Firmenlogo versehene Helm des Fahrradtrial-Cracks. Insgesamt sind weit über 100 Millionen Unternehmen auf Facebook vertreten, ein eindrucksvoller Beleg für die Breitenwirkung der Plattform. Allerdings muss man es hier auch schaffen, mit seinem Beitrag auf der vollbestückten „Bande“ wahrgenommen zu werden.

  • Das Richtige posten: Authentizität gewinnt

Wer als Vermittler etwas darstellt, dem schenken Kunden ihr Vertrauen – das ist geschäftsentscheidend in der Versicherungswirtschaft. Traditionell und analog erreicht ein Versicherungsmakler das über Vereinsarbeit, ehrenamtliches Engagement oder anderweitige direkte Berührungspunkte mit seiner potenziellen Kundschaft. Mit persönlichen Einblicken erschließen sich Vermittler auch die Social-Media-Welt. Gerade in Zeiten von Kontaktverboten und Abstandsregeln ist dies für die Kunden besonders relevant. Schon mit einfachen Posts aus dem Firmenalltag – wie beispielsweise das Team nach dem Corona-Lockdown wieder in den Normalbetrieb kommt – oder mit Ankündigung virtueller Events zu aktuellen Themen (z.B. „Unfallschutz im Home-Office“) schärft ein Vermittler sein Profil und gewinnt interessante Kontakte. Auch ein persönliches Video-Porträt oder ein Podcast zu Versicherungsthemen bringen Pluspunkte. Ein bis zwei Mal in der Woche sollte schon etwas vom Profil zu hören, zu sehen oder zu lesen sein, Experten empfehlen sogar tägliche Aktivitäten. Besondere Posts können auch per Werbung über das bestehende Netzwerk hinaus breiter gestreut werden.

Den dritten Tipp erfahren Sie auf Seite 2