Diversifikation nach dem Brexit

Mike Brooks

Zweifellos haben die politischen Risiken in Europa zugenommen. Auslöser der Brexit-Entscheidung war jedoch ein Gefühl, das auch in vielen anderen Teilen der Welt deutlich wird. Die Politik der etablierten Parteien hat in einer ganzen Reihe von Ländern zu einem Gefühl wachsender Ungleichheit geführt. Ein großer Teil der Bevölkerung fühlt sich entrechtet und drängt auf Veränderungen.

Diese Stimmung hat Populisten wie Donald Trump, dem US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, und Marine Le Pen, der Anführerin der Front National in Frankreich, enormen Auftrieb verliehen. Sie erzählen uns schöne Geschichten von mehr Wohlstand und einer besseren Zukunft. Typischerweise wollen diese Politiker Handelsbarrieren als Bollwerk gegen die ausländische Konkurrenz errichten und stellen Zuwanderung als eines der Hauptprobleme dar.

Ein solches Anti-Globalisierungsprogramm hat enorme Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Zuwanderung brachte ein großes Angebot an Arbeitskräften mit sich und hat in vielen Ländern die Gewinne der Unternehmen steigen lassen. Die Ausweitung des freien Handels hat das globale Wirtschaftswachstum beschleunigt, auch das ist gut für die Aktien. Wir erwarten aber einige Volatilität an den Märkten, denn mit dem Auf und Ab der Wahlaussichten populistischer Politiker und, sofern sie denn an die Macht kommen, den von ihnen verordneten politischen Maßnahmen, werden Aktien und auch viele andere Assetklassen steigen und fallen. Das erhöht das Risiko auf den Aktienmärkten und senkt damit tendenziell die erzielbaren Renditen.

Gleichzeitig sind die Renditeaussichten von Staatsanleihen extrem niedrig. Der Brexit hat die Renditen 10-jähriger britischer Staatsanleihen auf Rekordtiefs von unter 1 % gedrückt. Das ist weitgehend auf die lockere Geldpolitik der Bank of England zurückzuführen, die angesichts der nach dem Brexit eingetretenen Unsicherheit und der erwarteten negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum gegenzusteuern versucht.