Die Revolution ist bislang ausgeblieben

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Zwei Jahre nach der schier schwindelerregenden Rekordjagd ist die Euphorie um den Bitcoin verflogen – zunächst. Ganz unumstritten ist das Konzept Kryptowährung in der Branche zudem nicht.

Kennen Sie Satoshi Nakamoto? Nein? Dabei hat dieser Mann möglicherweise eine technologische Revolution gestartet. Aber seien Sie beruhigt: So gut wie niemand weiß, wer sich hinter diesem Namen verbirgt. Möglicherweise handelt es sich um ein Pseudonym, vielleicht auch von mehreren Personen. Fakt ist: Satoshi Nakamoto ist Autor eines im Jahr 2008 veröffentlichen Whitepapers, in dem mit dem Bitcoin die erste Kryptowährung aus der Taufe gehoben wurde. Lange Zeit wurde dieses Thema von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet – bis zum Jahr 2017: Nachdem der Kurs des Bitcoin Anfang des Jahres die Marke von 1.000 Dollar überschritt, folgte ab Sommer ein extremer Anstieg, der am 17. Dezember mit 19.028 Dollar seinen Höhepunkt fand. So schnell wie es nach oben ging, so schnell ging es aber wieder in die andere Richtung. Für Florian Grummes ist dieser Rückgang aber alles andere als ein Grund zur Beunruhigung, sondern eher ein Ausdruck von Normalität: „Wie bei allen Märkten und neuen Technologien geht auch die Entwicklung beim Bitcoin nur schrittweise und in Wellen voran. Trotzdem hat der Bitcoin seit seiner Erfindung in den letzten elf Jahren eine unglaubliche und einzigartige Performance aufs Parkett gelegt. Angefangen bei wenigen Cents, kostet ein Bitcoin aktuell knapp 10.000 US-Dollar. Die letzte massive, spekulative Übertreibung mit Preisen um 20.000 Dollar liegt mittlerweile zwei Jahre zurück und hatte den gesamten Kryptosektor in eine tiefe Korrekturphase (Kryptowinter) gezwungen. Diese völlig normale und gesunde Korrektur fand mit dem Tief im Dezember 2018 bei 3.125 Dollar ihren Abschluss“, erläutert der Managing Director von Midas Touch Consulting, der aktuell eine Aufwärtsbewegung erwartet, die mittelfristig zu neuen Allzeithochs führen sollte. Aktuell spielt das Thema Kryptowährungen in der Welt der Finanzen jedoch nur eine Nebenrolle. „Der große Hype, den wir vor allem bei der Kryptowährung Bitcoin gesehen haben, ist vorbei. Mittlerweile wird nicht mehr täglich über Kurse oder Coin-Alternativen in der breiten Medienlandschaft berichtet. Zudem blieb lange unklar, wie die regulatorische oder steuerliche Einordnung zu bewerten ist“, erläutert Stefan Bachmann, Chief Digital Officer der JDC Group. Dass es um den Bitcoin zuletzt ruhiger wurde, hängt laut Florian Grummes auch damit zusammen, dass die Kryptowährung nicht die revolutionäre Kraft entfalten konnte, die ihr einst zugeschrieben wurde. „Die Erwartung, dass der junge Bitcoin in wenigen Jahren das gesamte Finanzsystem übernehmen hätten sollen, ist und war ein Trugschluss.“

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