Die Konkurrenz schläft nicht, sie spioniert

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„Big Brother is watching you“:  Laut einer Studie wurde jedes zweite mittelständische Unternehmen in Deutschland bereits Opfer von Spionage oder vermutet das zumindest. Doch nur die Minderheit ist darauf vorbereitet. Auch die Rechtslage zu diesem Thema ist deutlich verbesserungswürdig.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beschäftigen in Deutschland ca. 60 % sozialversicherungspflichten Beschäftigen und machen ca. ein Drittel aller Umsätze aus. Ein solcher Wirtschaftfaktor weckt natürlich auch bei ausländischer Konkurrenz Begehrlichkeiten und diese bedient sich durchaus auch unlauteren Mitteln: Spionage. Wie weit verbreitet Wirtschaftsspionage bei KMU ist, hat das ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg (MPICC) und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung gemeinsam mit dem BKA und dem LKA Baden-Württemberg und der Sächsischen Hochschule der Polizei im Rahmen des Forschungsprojekts WISKOS (Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung in Deutschland und Europa) erforscht.

Die Untersuchung ergab, dass über alle Branchen hinweg jedes dritte Unternehmen bereits von einem Spionagevorfall betroffen war, jedes zweite befragte Unternehmen berichtete sogar über einen Verdacht einen Angriffsversuch. Da ein Spionageangriff nicht immer erkannt werden kann, gehen die Studienautoren von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Die Bedrohung muss dabei aber längst nicht nur von außen in Form von Cyberspionage erfolgen, sondern auch von innen, beispielsweise durch unzufriedene oder ehemalige Mitarbeiter. „Die Ergebnisse unserer Befragungen zeigen, dass sich kein Unternehmen sicher fühlen kann. Es kann alle Branchen und allen Unternehmensgrößenklassen treffen“, erklärt Dr. Esther Bollhöfer, die am Fraunhofer ISI für das Projekt verantwortlich war.

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