Deutsche verzweifeln an Niedrigzinsphase

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Die Gothaer Asset Management AG (GoAM) zum neunten Mal in einer forsa-Studie der Frage auf den Grund gegangen, wodurch das Anlageverhalten beeinflusst wird. Ergebnis: Aufgrund der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase gehen Investoren immer größere Risiken ein. Aber auch Resignation macht sich breit und die EZB-Politik wird zunehmend in Frage gestellt.

Die jahrelang gesunkenen und nun sich auf einem historischen Tiefstand befindlichen Zinsen sorgen dafür, dass klassische Geldanlageinstrumente wie Sparbücher oder Bausparverträge zunehmend an Beliebtheit verlieren. So liegt das Sparbuch bei den beliebtesten Geldanlagen nach wie vor an erster Stelle (39 %), hat aber im Vergleich zum Vorjahr ganze sechs Prozentpunkte eingebüßt. Einen Rückgang von sieben Prozentpunkten musste der Bausparvertrag verkraften, der von 28 % der Befragten als beliebtestes Anlageprodukt genannt wurde.

Zunehmend risikoreichere Anlagen gefragt

Wenig überraschend erfreuen sich risikoreichere Anlagen, die mehr Rendite erwirtschaften, bei den Anlegern steigender Beliebtheit. So gab jeder fünfte Befragte an, in Fonds zu investieren, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 26 % gaben zudem an, dass sie bereit seien, für eine höhere Rendite auch mehr Risiko einzugehen, im Vorjahr gaben diese Antwort nur 20 %. Die am meisten genannte Anlagealternative zu Sparbuch und Co. ist die Immobilie, die von 28 % der Befragten genannt wurde. Jedoch besteht hier offenbar das Problem, dass aufgrund der steigenden Preise auf dem Markt viele Anleger eine Investition nicht tätigen können oder wollen. So sanken die Immobilieninvestitionen um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf 26 %. An zweiter Stelle als Alternative in Zeiten niedriger Zinsen nannten die Befragten Aktien (26 %, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr). Deutlich dahinter folgen Fonds, die von 11 % der Befragten als Alternative genannt wurden, im Vorjahr waren es noch 8 %. „Den Deutschen wird immer stärker bewusst, dass sie als Sparer mit am stärksten von der Niedrigzinspolitik betroffen sind und ihre Altersvorsorge gefährdet ist. Vor dem Hintergrund der geringen Renditen oder inflationsbereinigt sogar negativen Zinsen suchen sie nach renditeträchtigeren Alternativen wie zum Beispiel Fonds“, so Christof Kessler, Vorstandssprecher der GoAM.

Wie wenig sich viele Deutschen offenbar mit Alternativen zu klassischen Geldanlagen beschäftigt haben, obwohl diese seit Jahren kaum noch Rendite bringen, zeigt sich daran, dass ganze 40 % der Befragten keine renditestarken Alternativen nennen konnten.

Aktien- und Mischfonds beliebt

Investoren, die sich für eine Anlage in Fonds entscheiden, machen dies meiste über Aktien (44 %) oder Mischfonds (43 %). Dahinter folgen mit etwas Abstand die Rentenfonds, in die jeder vierte befragte Fondsanleger investiert ist. „Dieses Ergebnis zeigt, dass viele Anleger die Bedeutung der Diversifizierung erkannt haben und Chancen und Risiken breiter streuen. In der Niedrigzinsphase können gerade Mischfonds die Schwankungen des Börsenmarktes über eine breite Diversifikation ausgleichen, ohne auf Rendite zu verzichten. Ihr großer Vorteil ist, dass sie sich durch ihre vielen Standbeine an das wechselhafte Marktgeschehen erheblich besser anpassen können als reine Aktienfonds – durch die Streuung sinkt das Risiko“, kommentiert Christof Kessler das Ergebnis. „Zu dieser aktiven Steuerung der Aktienquote ist aber auch bei den Mischfonds eine intensive und regelmäßige Analyse der Kapitalmärkte unablässig, nur so kann auf kurzfristige Marktschwankungen angemessen reagiert werden. Wer dazu keine Zeit oder Muße hat, sollte diese Aufgabe Experten überlassen. Anleger können davon insbesondere über unsere drei vermögensverwaltenden Comfort Fonds oder unseren Multi Asset Fonds Gothaer Multi Select profitieren.“

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