Der Markt transformiert sich – wie auch viele Immobilien

Der Markt für Gewerbeimmobilien wird derzeit kräftig umgebaut / Foto: © Comofoto - stock.adobe.com

Der Gewerbeimmobilienmarkt unterliegt derzeit einem Transformationsprozess: Die Risikobereitschaft steigt und das Gewicht der Investorengruppen verlagert sich. Auch die Mietlaufzeit wandelt. Wie auf dem Markt, so ist auch bei den Immobilien selbst Veränderung ein entscheidendes Stichwort. Für Investoren haben die Veränderungen auch positive Folgen.

Der entscheidende Faktor auf dem Markt für Unternehmensimmobilien ist ein knappes Angebot. So geht aus dem Marktbericht der INITIATIVE UNTERNEHMENSIMMOBILIEN über das erste Halbjahr 2018 hervor, dass der Investmentumsatz bei Unternehmensimmobilien zwischen Januar und Juni 2018 mit 800 Mio. Euro 17 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums lag. Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt der vorherigen Halbjahre ging der Umsatz sogar um 32 % zurück. Wesentliche Ursachen für diese starken Rückgänge sind fehlende Angebote und ein sich wandelndes Marktumfeld. So wurden die am Markt verfügbaren Objekte zu großen Teil bereits in den Vorjahren gehandelt, teilweise als großvolumige Portfoliotransaktionen, an denen häufig internationale Investoren beteiligt waren. Meist ging es dabei um gut dokumentierte Objekte in Lagen mit hoher Markttransparenz. Da diese Objekte in großer Zahl in den Vorjahren gehandelt wurden, sind sie nun vorerst nicht mehr in der gewünschten Stückzahl verfügbar. Das Investmentvolumen war über alle Objektkategorien recht ausgewogen verteilt. Am stärksten nachgefragt waren Transformationsimmobilien, also solche Objekte, die erst durch Umbau und Sanierung für Gewerbe nutzbar gemacht wurden. Diese machten mit 254 Mio. Euro knapp 32 % der Gesamtinvestitionen aus. Ein wesentlicher Grund für die Beliebtheit der Transformationsimmobilien ist die Flächenknappheit u.a. bei büroaffinen Nutzflächen. So schätzen viele Nutzer die Transformationsimmobilien wegen ihrer flexiblen Nutzungsmöglichkeiten. Diese Flächen liegen zudem meist in gut erschlossenen Lagen und verfügen über attraktive Nachvermietungspotenziale.

Investoren gehen mehr Risiken

Das sich verändernde Marktumfeld hat auch Auswirkungen auf die Risikobereitschaft der Anleger, wie Tobias Kassner erläutert. „Aktuelle Abschlüsse werden verstärkt in weniger gut dokumentierten Marktregionen registriert. Investoren kaufen auch Objekte, die ihnen noch vor ein paar Jahren als zu risikoreich erschienen oder Restrukturierungsbedarf aufweisen. Um solche Investments zu tätigen, wird lokales Know-how benötigt“, so der Bereichsleiter Industrie- und Logistikimmobilien bei bulwiengesa und Autor des Marktberichts. „Uns wundert daher nicht, dass es aktuell eher einheimische Unternehmen sind, die vermehrt Einzeltransaktionen durchführen.“

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