“Der aktuelle Immobilienboom ist kein Grund, sich zurückzulehnen…”

Torsten Kracht, CSO der Instone Real Estate Group AG / Foto: © Instone

… meint Torsten Kracht. Außerdem sprachen wir mit dem CSO der Instone Real Estate Group AG über den Immobilienstandort Leipzig, der nicht nur wegen der vielen sich dort befindlichen Denkmalimmobilien attraktiv ist.

finanzwelt: Wegen der niedrigen Zinsen rücken Sachwerte und damit Immobilien immer stärker in den Fokus von Kapitalanlegern. Zugleich mangelt es gerade in den Großstädten an bezahlbarem Wohnraum. Für Sie als Projektentwickler kann es doch keine besseren Zeiten geben, oder?

Torsten Kracht: Wenn man aktuell als Wohnentwickler in den deutschen Wachstumsstädten aktiv ist und – so wie Instone – bereits frühzeitig Lagepotenziale erkannt und sich dementsprechend attraktive Grundstücke gesichert hat, befindet man sich in einer guten Ausgangslage, das ist richtig. Instone verfügt aktuell deutschlandweit über eine Pipeline von 45 Projekten mit mehr als 11.000 Wohnungen in Bau oder Planung. Nicht nur uns, der Branche insgesamt geht es gut, aber das ist absolut kein Grund sich zurückzulehnen. Zinssituation und anhaltender Urbanisierungstrend lassen auch die Baulandpreise immer weiter steigen. Bereits heute haben wir es im Wohnungsneubau mit viel zu hohen Errichtungskosten zu tun, und das Wachstum der Städte wird weitergehen. Gemeinsam mit den Städten und Kommunen müssen wir das Thema Baulandmobilisierung noch stärker angehen. Instone sucht hier aktiv den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern zur gemeinsamen Lösungsfindung. Dazu gehört auch, dass private Investoren im Zuge ihrer Projekte soziale Infrastruktur wie Kitas, Schulen, Straßen und natürlich mietpreisgebundenen Wohnraum errichten, so wie Instone dies deutschlandweit tut. Darauf sind wir stolz. Es muss aber klare Regeln geben und die Wirtschaftlichkeit muss gewahrt bleiben. Nur durch mehr Neubau können die aktuellen Probleme am Wohnungsmarkt gelöst werden – von den Städten und Kommunen gemeinsam mit den Privaten.

finanzwelt: Nach welchen Kriterien wählen Sie die Standorte für Projektentwicklungen aus?

Kracht: Unser Ziel ist der weitere Ausbau der Projektpipeline in den Metropolregionen, in denen Instone bereits aktiv ist. Das sind die Ballungsräume Berlin, Bonn, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Halle, Leipzig, München und Stuttgart, sowie weitere prosperierende mittelgroße Städte. Unsere Teams kennen die lokalen Märkte vor Ort sehr genau und sind an den einzelnen Standorten teilweise jahrzehntelang vernetzt. Es gibt für die einzelnen Mikrolagen natürlich allgemeine Kriterien z. B. in puncto Infrastruktur und ÖPNV-Anbindung, so wie es auf Makroebene Kriterien wie die Bevölkerungs-, Kaufkraft- und Immobilienpreisentwicklung sind. Aber den entscheidenden Unterschied macht die Identifikation von Potenzialen aus, die der Mitbewerb nicht oder nicht ausreichend erkennt. Hier kommt uns unsere große Erfahrung in der Baurechtsschaffung zugute, genauso wie unsere Kompetenz bei der Umwandlung ehemaliger Industrieflächen oder auch Denkmalbauten in Wohnraum.

Welches Potzenzial Kracht in Leipzig und Umgebung sieht, lesen Sie auf Seite 2