„Demokratisierung der Geldanlage“

Markus Weis, Stellvertretender Leiter für das Geschäft in Deutschland und Österreich bei Vanguard

Die Wachstumsstory von ETFs hält weiter an. Nicht zuletzt wegen des Kostenarguments greifen immer mehr Anleger zu Indexfonds. Folglich wird auch der Wettbewerb unter den führenden Anbietern härter. Vanguard ist international als auch national eine starke Marke. finanzwelt sprach mit Markus Weis, Stellvertretender Leiter für das Geschäft in Deutschland und Österreich bei Vanguard, über die Trends im ETF-Segment, den eingeschlagenen Wachstumspfad und die Vanguard-Pläne hierzulande. 

finanzwelt: „ETF-Sparpläne knacken Millionen-Marke“, lautete unlängst eine Schlagzeile. Ist das ein Zeichen dafür, dass die ETF-Industrie sehr optimistisch in die Zukunft blicken kann?
Markus Weis: Das denken wir schon! Weltweit sind erst rund 15 Prozent des verwalteten Fondsvermögens in passiven Anlageformen investiert und das nach über vier Jahrzehnten Wachstum. Das heißt, hier ist noch sehr viel Potenzial vorhanden, was uns und unserer Mission zu Gute kommt: die Interessen unserer Kunden immer in den Mittelpunkt zu stellen und Kosten für Anleger zu senken, so dass am Ende eine höhere Rendite für sie übrigbleibt. Im Endeffekt geht es uns dabei um die Demokratisierung der Geldanlage, sprich: das Angebot an fairen Produkten mit transparenten Kostenstrukturen auch für niedrigere Sparraten auszuweiten. Eigentlich ist es fast schon eine volkswirtschaftliche Rolle, die Vanguard wahrnimmt, nämlich für Privatanleger bessere Sparmöglichkeiten für die Altersvorsorge zu schaffen. Denn, wenn die Gebühren in der Investmentbranche sinken, haben doch am Ende alle Anleger etwas davon, weil mehr Ertrag für sie übrigbleibt.

finanzwelt: Wie nehmen Sie die gegenwärtige Situation auf dem deutschen ETF-Markt wahr?
Weis: Grundsätzlich begann der ETF-Boom in Deutschland bereits vor etwa zwanzig Jahren. Und Deutschland ist ein wichtiger Markt, da das Potential enorm ist. Aber bisher haben die Deutschen noch relativ wenig Vertrauen in den Kapitalmarkt. Hier sehen wir zunächst unsere Aufgabe darin, insbesondere die Privatanleger umfassend über die Notwendigkeit der Finanzplanung und die Möglichkeiten der Geldanlage mit ETFs aufzuklären. Darauf aufbauend möchten wir sie beim Vermögensaufbau unterstützen. Viele Studien zeigen, dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird. Es gilt also, ausreichend Vermögen fürs Alter aufzubauen. Aber dies ist angesichts anhaltend niedriger Zinsen mit einfachem Sparen nicht mehr möglich. Eine Alternative mit deutlichem Wertentwicklungspotenzial, wie es an den Kapitalmärkten erzielt werden kann, kann hier der Schlüssel für eine erfolgreiche Altersvorsorge sein. Unsere breit diversifizierten ETFs bieten Privatanlegern einen leichten Zugang zu den globalen Kapitalmärkten, und dies zu solch niedrigen Gebühren, wie sie häufig nur institutionellen Anlegern vorbehalten sind.

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