Das fordern die Parteien für den Immobilienmarkt

Eine Machtverschiebung im Kanzleramt könnte Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben / Foto: © ArTo-stock.adobe.com

Zwei Wochen ist Bundestagswahl. In Zeiten steigender Mieten und eines boomenden Immobilienmarktes spielt das Thema Immobilien in den Wahlprogrammen eine große Rolle. Der Immobilienfinanzierer Dr. Klein hat die Wahlprogramme der Parteien diesbezüglich unter die Lupe genommen.

Weniger Regulierung, mehr Neubau

Michael Neumann, Vorstand von Dr. Klein, ruft politische Entscheidungsträger zu konkreten Maßnahmen auf, damit sich mehr Menschen ihren Traum vom Eigenheim erfüllen können: „Ziel muss es sein, für mehr Angebot zu sorgen und Bürokratie abzubauen. Es kann nicht sein, dass in Deutschland die Hürden für ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung so hoch sind, dass viele daran scheitern.” Für ihn muss sich deshalb schon beim Thema Bauen etwas ändern: „Wenn Deutschland nicht mehr Schlusslicht beim Thema Wohneigentum bleiben will, müssen mehr Bauland ausgewiesen und die Baugenehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden. Das bedeutet auch eine Entbürokratisierung und Vereinheitlichung der Bauvorschriften“, so Neumann. Der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), Dr. Andreas Mattner, formuliert es drastischer: „Wir brauchen keine Regulierung mehr, davon hatten wir jetzt genug. Das Motto der Stunde muss lauten: bauen, bauen, bauen.“

Die Parteien verschließen sich diesem Thema nicht und habe dafür unterschiedliche Lösungsstrategien entwickelt. So kündigen die beiden Regierungsparteien CDU/CSU und SPD umfassende Maßnahmen an, um vor allem junge Familien beim Hausbau finanziell zu unterstützen. So plädiert die Union für die Einführung eines Baukindergeldes. Dabei würden Familien pro Kind jährlich 1.200 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren erhalten. Die SPD hingegen möchte ein sozial gestaffeltes Baugeld für finanzschwache Familien einführen und zudem die Vergabe von Immobiliendarlehen erleichtern, die neben Bauherren auch Käufern zugutekommen.

SPD will Kaufen fördern

Die SPD möchte die Wohneigentumsquote erhöhen und hat sich deshalb das Programm “Jung kauft Alt” auf die Fahnen geschrieben. Damit sollen speziell junge Familien beim Erwerb von Altbauten unterstütz werden. Gleichzeitig soll damit dem Leerstand sowie Verfall von Gebäuden, vorwiegend im ländlichen Raum, entgegengewirkt werden.

Kaufnebenkosten auf dem Prüfstand

Beim Erwerb von Wohneigentum machen nicht nur die hohen Immobilienpreise, sondern auch die Kaufnebenkosten zu schaffen, die meist noch mal mit über 10 % des Immobilienwertes zu Buche schlagen. Besonders die Höhe der Grunderwerbssteuer, die in einigen Bundesländern bis zu 6,5 % beträgt, wird immer wieder kritisiert. „Die Grunderwerbsteuer hat sich in den letzten Jahren in einigen Bundesländern fast verdoppelt. Bei den derzeitigen Immobilienpreisen bedeutet das eine enorme Belastung für Käufer. Sie spielt daher eine immer wichtigere Rolle bei der Frage, wie wir angesichts von bis zu einer Million fehlender Wohneinheiten in Deutschland mehr Wohnraum schaffen wollen“, so Michael Neumann. Da die Grunderwerbssteuer eine Ländersteuer ist, hat die Bundespolitik hier nur wenig Einflussmöglichkeiten. Michael Neumann zufolge ist die Bundesregierung hier dennoch in der Pflicht: „Die Einrichtung von Freibeträgen bei der Grunderwerbsteuer oder die Schaffung einer Möglichkeit, sie über mehrere Jahre abzubezahlen, würde junge Familien in der Kaufphase finanziell entlasten“, schlägt er vor. Dieser Vorschlag wird auch von der Union, der SPD und der FDP aufgenommen. Jedoch sind die Liberalen die einzigen, die hier eine konkrete Zahl nennen (500.000 Euro). Auf die AfD nennt in ihrem Wahlprogramm eine direkte Absenkung der Grunderwerbsteuer, ohne dies jedoch zu konkretisieren.

Die SPD möchte zudem die Kaufnebenkosten senken, indem das Bestellerprinzip auch beim Immobilienkauf angewendet wird.

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