Das braucht…

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Wenn Unternehmen die Zahl der Krankentage ihrer Mitarbeiter senken wollen, können sie es bei Gesundheitsappellen nicht belassen. Stattdessen müssen sie ihnen mit einem ausgeklügelten Gesundheitsmanagement direkt vor Ort zur Seite stehen. Das können sie kaufen – das gibt es aber auch kostenlos.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels stehen die Unternehmen bei der Personalbeschaffung und -bindung in Konkurrenz untereinander. Ein modernes und nachhaltiges, betriebliches Gesundheitsmanagement führt nicht nur zu gesünderen, sondern vor allem auch zu zufriedeneren Mitarbeitern. Eine hohe Fluktuation sowie kranke Mitarbeiter kosten hingegen viel Zeit und viel Geld. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement ist deshalb heute eigentlich ein Muss für jedes Unternehmen. Auch und vor allem vor dem Hintergrund von alternden Belegschaften. Die Losung heißt: Gesundheit statt Krankheit. Aber gibt es auch Auswertungen oder praktische Erfahrungen über den Einfluss eines BGM auf krankheitsbedingte Fehltage in Firmen? Michael Albrecht, Leiter Kooperations- und Maklervertrieb der Barmenia Versicherungen sagt ja: „Die Auswertung der Versicherungsbranche zu den krankheitsbedingten Fehltagen zeigt, dass die Barmenia immer unter dem in der Branche üblichen Durchschnitt liegt.“ Daraus schließe man, dass auch die BGM-Maßnahmen des Versicherers sich positiv auswirken würden. Ganz konkret weiß es Stefan Ernst, Gruppenleiter Vertrieb/BGF bei der BIG direkt gesund: „Betriebliches Gesundheitsmanagement kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Fehltage in Unternehmen zu reduzieren. Übergreifende Studien der letzten Jahre haben ergeben, dass die AU-Tage in Unternehmen um durchschnittlich 25 % gesenkt werden konnten.“ Diese Erfahrungen habe man selbst in der Praxis auch gemacht. Gerade im Bereich der Stressbewältigung – und psychische Erkrankungen seien mittlerweile auf Platz zwei der Arbeitsunfähigkeitsgründe – könne man mit guten und wirkungsvollen Maßnahmen relativ schnell Erfolge erzielen.

Natürlich ist kaum ein Betrieb wie der andere. Also spielt auch das Thema Individualisierung der angebotenen Leistungen eine entscheidende Rolle. So sieht es auch Albrecht, wenn er vom BGM im eigenen Unternehmen berichtet: „Die gesunde Mischung macht es.“ Maßnahmen, die die Ergonomie oder allgemeine Themen der Gesundheit am Arbeitsplatz beträfen, könnten auch allgemein gehalten werden. Häufig seien es aber auch ganz individuelle Sorgen, Nöte und/oder Probleme, die die Barmenia mit genau dem gleichen Engagement angehe. Das persönliche Gespräch und ein offener Austausch mit den Mitarbeitern sei hier eine Grundvoraussetzung. Um auch Unterstützung in Bereichen anzubieten, die sehr privat seien, habe man mit dem pme-Familienservice einen externen Dienstleister gefunden, der von den Mitarbeitern auch sehr gut angenommen werde. Ernst fügt jedoch an: „Alles ist besser, als nichts zu machen. Je gezielter ein Programm ist, desto höher seine Wirkung.“ Dreh- und Angelpunkt sei es also herauszufinden, wo der Schuh wirklich drücke. Sei das Kernproblem Stress, erreiche man natürlich mit einem Ernährungsprogramm eher weniger. Deshalb werden im BGM im Vorfeld in der Tat immer Analysen im Betrieb durchgeführt, die Beschäftigten befragt und Arbeitsmediziner hinzugezogen. Die daraus entstehenden Maßnahmen werden erfahrungsgemäß zu deutlich besseren Ergebnissen führen als analoge Standardprogramme, die nur wenig auf den Bedarf des Unternehmens eingehen. Ernst erklärt dies: „Wir nutzen innerhalb unserer Online-Gesundheitsplattform BIGbalanceein digitales Analyse Tool – den Online-Checkup.“ Jeder Teilnehmer gebe dort einfach an, wie er sich ernähre, wie oft er in der Woche Sport treibe, wie sein Arbeitsalltag aussehe und so weiter. Er erhalte dann einen Score, der ihm zeige, in welchen Gesundheitsbereichen er sich noch verbessern müsse. Inklusive Maßnahmenempfehlung, die er dann auch innerhalb des Portals durchführen könne.

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