Corona-Krise erschüttert Vertrauen in Versicherer

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Stornierungen, sinkende Beitragseinnahmen, steigende Aufwendungen in der Krankenversicherung: Für die Versicherungsbranche ist die Corona-Pandemie eine Katastrophe. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Kundenvertrauen zunehmend sinkt. Es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer.

Es ist eine völlig skurrile und auch bedenkenswerte Situation: Wochenlang wurde von Seiten der Bundesregierung die Gefährlichkeit des Corona-Virus verharmlost – mit den nun bekannten dramatischen Folgen, die weit über das Medizinische hinaus gehen. Dennoch genießt die Bundesregierung unter den Wählern derzeit ein rekordverdächtiges Ansehen und wir für ihr „entschlossenes Handeln“ gelobt. Deutlich unschuldiger an den aktuellen Zuständen ist hingegen die Versicherungsbranche – und verliert dennoch bei der Bevölkerung massiv an Ansehen. Das geht aus einer Studie von Guidewire Software Inc. hervor, für die Plattform für Schaden- und Unfallversicherer 3.000  Verbraucher in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt hat. So hatten von den deutschen Verbrauchern vor der Krise bereits 23 % eine negative Meinung über Versicherer, dieser Wert ist nun auf 44 % angestiegen. Noch stärker an Ansehen hat die Versicherungsbranche weiter westlich verloren: Vor dem Ausbruch von Corona hatten bereits 18 % der Franzosen eine negative Meinung über Versicherer, inzwischen sind es sogar 46 %. Auch jenseits der Ärmelkanals hat inzwischen fast jeder Zweite eine negative Meinung über die Assekuranz, wobei hier der Ausgangswert schon sehr schlecht war: 25 % hatten diese schon vor der Krise, inzwischen sind es 42 %. An Ansehen gewonnen haben die Versicherer lediglich bei 11 % der Befragten. Dieser Wert ist in allen drei Ländern gleich niedrig.

Kundenverhalten ändert sich nachhaltig

Das Auftreten erhöhter Risiken während der Zeit der Kontaktbeschränkungen, zum Beispiel im Hinblick auf Reisen, Arbeitsplatzsicherheit und gesundheitliche Gefahren hat das Kundenverhalten gegenüber Versicherungen nachhaltig verändert. Auf die Frage, ob sie nach dem Ausbruch von COVID-19 zukünftig die Leistungen ihrer Versicherungen genauer prüfen wollen, antwortet ein knappes Drittel der Befragten aus Deutschland mit einem klaren Ja; in Großbritannien plant dies ebenfalls ein Drittel der Verbraucher, in Frankreich sogar fast die Hälfte. Fast jeder zweite deutsche Verbraucher erklärt auf dieselbe Frage, die Versicherungsleistungen ohnehin schon sehr sorgfältig zu prüfen (in Großbritannien sind es 35 %, in Frankreich 31 %). Dies belegt, dass die COVID-19-Krise in Deutschland dazu geführt hat, dass in Zukunft mehr Verbraucher die Leistungen ihrer Versicherer kritisch unter die Lupe nehmen werden.

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