Corona keine Immobilienpreisbremse

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Die Corona-Pandemie wird wohl in eigenen Jahren als eine massive Zäsur betrachtet werden. Für die Entwicklung der Preise für Wohneigentum wird sie das aber nicht zwangsläufig sein. Das geht aus dem aktuellen Postbank Wohnatlas hervor. Am stärksten werden die Preise wohl vor allem im Südosten der Republik steigen.

Vor neun Monaten hat das dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts begonnen. Auch bis zum Ende der Dekade dürften in mehr als der Hälfte der 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte Wohnungsbesitzer mit realen Preiszuwächsen rechnen dürfen, was vor allem mit der Anziehungskraft der Metropolen zusammenhängt. So dürften in den urbanen Zentren die Einwohnerzahlen weiter steigen.

Das geht aus dem Postbank Wohnatlas hervor, in dem Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts alljährlich eine Kaufpreisprognose erstellen. Für die Prognosen wurden Annahmen zur künftigen Angebots- und Nachfrageentwicklung herangezogen, wobei verschiedene Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung, zu Wohnungsausgaben- und Wohnungsangebot berücksichtigt wurden. Das HWWI-Wohnungsmarktmodell vollzieht nach, wie sich diese Faktoren wechselseitig beeinflussen. Am Ende der Modellrechnung steht die Kaufpreisprognose für den Zeitraum 2019-2030.

Zwar beruhen die Berechnungen auf Daten, die vor der Corona-Krise erhoben wurden. Jedoch geben die Studienautoren zu bedenken, dass die Prognose dennoch stabil bleiben dürfte. „Wir sehen keine Anzeichen für eine Blase, die krisenbedingt platzen könnte. Im Gegenteil: Aus unserer Sicht ist der Immobilienmarkt nach wie vor ein Stabilitätsanker“, so Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft bei der Postbank. Laut HWWI spielt die Einkommensentwicklung vor Ort die entscheidende Rolle für die regionalen Immobilienmärkte. Durch das Kurzarbeitergeld werden derzeit noch größeren Einbußen abgefedert. Wenn jedoch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bei weiten Teilen der Bevölkerung regional für deutlich Einkommensverluste sorge, könnte das die Nachfrage nach Wohneigentum dämpfen. Vor allem im Falle eines zweiten Lockdowns wären erhebliche Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt nicht ausgeschlossen. „Allerdings bedeuten die eigenen vier Wände gerade in schwierigen Zeiten Sicherheit und Unabhängigkeit. Das hat sich auch in vergangenen Krisen bestätigt, in denen sich Immobilien als sicherer Hafen erwiesen“, so Grunwald.

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