Chancen im ganzen Land

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Mit seiner föderalen Struktur ohne beherrschendes wirtschaftliches Zentrum verfügt Deutschland über vielfältige Immobilienmärkte. Gerade kleinere Großstädte bieten attraktive Investitionsmöglichkeiten.

Im Gegensatz zu zentralistisch geprägten Staaten wie Frankreich oder Spanien verteilt sich die Bevölkerung in Deutschland deutlich gleichmäßiger über das gesamte Land, womit sich für Immobilieninvestoren überall Möglichkeiten bieten. In welchen Märkten An leger letztlich investieren sollten, hängt laut Symon Hardy Godl in erster Linie von strukturellen und ökonomischen Faktoren ab. „Wir halten insbesondere die Städte für Wohnimmobilieninvestments für interessant, die auf Basis einer überschaubaren Neubaupipeline über attraktive wirtschaftliche Rahmendaten, einen gut funktionierenden Bildungs- und Kultursektor, einen attraktiven ÖPNV sowie über einen wachsenden Arbeitsmarkt mit geringer Arbeitslosigkeit verfügen.“ Laut dem Geschäftsführer der Deutsche Finance Asset Management befinden sich Städte, die solche Kriterien erfüllen, über die ganze Bundesrepublik verteilt. „Im Süden Deutschlands sind das beispielsweise der Großraum München, der Großraum Nürnberg und der Großraum Stuttgart. In der Mitte Deutschlands sind die Metropolen an Rhein und Ruhr interessant, im Norden in jedem Fall der Großraum Hamburg“, so Godl.

Dass sich in Deutschland nicht nur in den A-Städten gute Möglichkeiten für Immobilieninvestments bieten, unterstreicht auch Thomas Wirtz FRICS. „Die ZBI investiert nach wie vor in Top-Städte wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf oder Köln, wenn sich für unsere Produkte entsprechende Renditen ableiten lassen. Daneben bieten unserer Einschätzung nach B- und C-Standorte vielfältige Investmentpotenziale. „Immobilien in zweiter Reihe“ profitieren zunehmend von ihrer Anbindung an Ballungsräume sowie ihrem wirtschaftlichen Wachstum und gewinnen an Zuzug von Wohnraumsuchenden. Pauschalisierte Aussagen greifen jedoch zu kurz, im Einzelfall gilt es, die individuelle Objektlage und -qualität zu analysieren“, erläutert der Vorstand der ZBI AG. Auch Andreas Gräf, CDO der Instone Real Estate Group, sieht Städte in „zweiter Reihe“ als attraktive Investmentregionen an, beispielsweise Bonn. Die Stadt hat davon profitiert, dass sie im Jahr 1949 Regierungssitz der Bundesregierung wurde: Hatte die Universitätsstadt bis dahin lediglich ca. 100.000 Einwohner, sind es heute ca. 320.000. Hierbei muss zwar bedacht werden, dass das Stadtgebiet im Jahr 1969 deutlich erweitert wurde und somit seine Einwohnerzahl verdoppelte. Auch nachdem Bonn seine Funktion als Regierungssitz verlor, konnte die Stadt ihre Einwohnerzahl konstant halten. Für Immobilieninvestoren bietet sich Bonn gerade als Alternative zu den nahe gelegenen A-Städten Köln und Düsseldorf an: So liegt laut einer Untersuchung von Immowelt die durchschnittliche Rendite in Bonn mit 4,5 % über der von Köln (4,1 %) und Düsseldorf (3,9 %).

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