Bricht die Neubautätigkeit ein?

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Die Corona-Krise hinterlässt auch deutliche Spuren auf dem Projektentwicklungsmarkt. Vor allem auf dem Wohnungsmarkt dürfte sich der schon länger andauernde Rückgang fortsetzen. Das geht aus der aktuellen Projektentwicklerstudie von bulwiengesa hervor.

Der Projektentwicklungsmarkt in den sieben A-Städten verliert deutlich an Fahrt: Nachdem im Jahr 2018 der Zuwachs an neuer Projektfläche noch 7,2 % betrug und im vergangenen Jahr immerhin noch bei 4,2 % lag, wird in diesem Jahr gerade einmal ein Zuwachs von 1,1 % erreicht. Das geht aus der Projektentwicklerstudie 2020 von bulwiengesa hervor. „Die Detailbetrachtung zeigt: Der Projektentwicklermarkt driftet deutlich auseinander. Zwar wachsen die Entwicklungen für den Eigenbedarf, die sogenannten Investor Developments, noch um 5,4 %. Dagegen ist der klassische Projektentwicklermarkt (Trading Developments) zum ersten Mal seit Beginn der Studienreihe vor 14 Jahren zurückgegangen. Für den Weiterverkauf wurden gegenüber dem Vorjahr 1,9 % weniger Flächen entwickelt. Die Trader Developer ziehen sich zurück“, erklärt Studienleiterin Ellen Heinrich.

 Wohnen verliert an Bedeutung

Das stagnierende Wachstum des Projektentwicklungsmarktes ist vor allem auf das Wohnsegment zurückzuführen, das in den sieben A-Städten für Projektentwickler immer mehr an Bedeutung verliert. Nachdem sich die projektierten Flächen bereits in den vergangenen beiden Jahren rückläufig entwickelten, hat sich dieser Trend mit einem Minus von 6,8 % deutlich verstärkt. Wenn auch die Projektflächen der Investor Developer wie bspw. städtischen Wohnungsunternehmen, die in den A-Städten auch weiterhin wachsen, mit einbezogen werden, ergibt sich auf dem Wohnungsmarkt immer noch ein Rückgang von 2,9 %. Damit ergibt sich zum ersten Mal seit der Erstauflage der Studie vor 14 Jahren ein Rückgang im Wohnungsbau. „Dieser Trend gilt nur für die gemeindescharf abgegrenzten sieben A-Städte. Diese Entwicklung darf aber gerade im Wohnsegment nicht mit einem bundesweiten Trend gleichgesetzt werden. Wohnprojektentwickler bleiben dem deutschen Wohnungsmarkt weiter treu, sie sind nur deutlich seltener mit Wohnprojekten direkt in einer der A-Städte aktiv“, erläutert Ellen Heinrich.

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