Brexit-Gewinner sind Mainhattan, Paris und Polen

Mainhattan. Paris und Polen als Brexit-Gewinner
Ein Selfie in Mainhattan vor der Frankfurter Skyline ist dank der Briten nicht nur für Touristen attraktiv © william87 - Fotolia.com

Besser hätte es für Frankfurt am Main nicht laufen können. Die Engländer wollen die Versicherer und Banken aus London vertreiben. Nur die französische Metropole Paris und Polen sind eine Alternative.

2016-06-27 (fw/db) Als Favorit für die neue europäische Finanzmetropole gilt nach einer Studie des britischen Lohnspezialisten  Emolument ab sofort auch „Mainhattan“, die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main. Zwar sind dort die Löhne und Prämien für Investmentbanker gegenüber London immer noch tiefer – das wiegen jedoch die um 40 Prozent geringeren Lebenskosten längstens auf. Eigentlich wäre es schon vor dem Brexit für Investmentbanken rentabler gewesen, nach Frankfurt zu ziehen, so die Studie. Auch hat die Europäische Zentralbank bereits dort ihren Sitz. Die Wall-Street-Bank Goldman Sachs, hatte es bereits im Vorfeld angekündigt, bei einer Abstimmung zugunsten des Brexit durch die britischen Wähler verabschiede sich der Konzern zu großen Teilen aus der „Threadneedle-Road“ und baue in London Stellen ab und verschiebe diese nach Paris. Die amerikanische Großbank Goldman Sachs liegt hier voll im Trend. Ohne EU-Zugang macht der superteure Standort London für viele internationale Banken keinen Sinn mehr. Viele waren trotz hoher Kosten für Personal und Immobilien nur in der „City“, weil sie dort den „EU-Pass“ für das Geschäft in der Europäischen Union erhielten. Vor diesem Hintergrund will sogar die anglo-chinesische Großbank HSBC bis zu 1.000 Stellen umgehend nach Paris verlegen. Morgan Stanley plant den kurzfristigen Abbau von 4.000 Jobs in der früheren Finanzmetropole in Großbritannien. Bei den Schweizer Instituten wie der Credit Suisse AG sollen bis Ende Jahr global 6.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Vordergrund stehen beim Rückbau in London jetzt Verlegungen nach Polen. So profitiert auch der Finanzplatz Warschau aufgrund der geringen Lohn- und Immobilienpreise von der Entscheidung der Engländer. Ob die Schweizer eher nach Paris oder Frankfurt am Main gehen ist noch nicht sich, als sicher gilt nur die britische Insel hat als Zugang zu Europa ausgedient. Die Franzosen, die Deutschen und auch die Polen sind den Engländern zu tiefem Dank verpflichtet, ohne die Entscheidung der englischen Wähler hätte sich die ehemalige Finanzmetropole London noch viele Jahrzehnte, wenn nicht gar ein Jahrhundert gehalten. Die Europäer verdanken den Briten nicht nur zukünftige Mehreinnahmen in Höhe von Billionen Euro, sondern sehr viel Macht und Einfluss auf die globalen Finanzmärkte. Ein großes Aufatmen geht auch durch die europäische Assekuranz, war es doch die britische Politik in Europa die meist zu Lasten der Arbeitsplätze auf dem Festland lief. Dank der Entscheidung der britischen Wähler ist damit jetzt Schluss. Aus europäischer Sicht der Assekuranz und Banken in Europa ist die Zukunft aufgrund des Brexit langfristig gesichert. Thank you very much. That is a great deal.