Bitcoin in aller Munde – und das zu recht!

Stefan Wallrich, Vorstand Wallrich Wolf Asset Management AG/ Foto: © Wallrich Wolf Asset Management AG

Keine Anlageklasse elektrisiert derzeit mehr als digitale Währungen. Während die Fangemeinde von Bitcoin und Co. praktisch unbegrenztes Kurspotenzial sieht, sprechen prominente Kritiker von der größten Blase seit der Tulpenspekulation vor knapp 400 Jahren in den Niederlanden.

Bei Bitcoin handelt es sich unter anderem um eine digitale Währung (Kryptowährung), deren Kurs sich allein in diesem Jahr bereits mehr als Verfünffacht hat. Geschaffen wird sie von privaten Computernetzwerken. Anders als bei unserem derzeitigen Geldsystem, in dem die großen Notenbanken theoretisch unbegrenzt Geld „drucken“ können, liegt ihr Charme insbesondere in der Endlichkeit des Schöpfungsprozesses.

Ähnlich wie beim Gold ist die maximal zur Verfügung stehende Menge damit begrenzt. Ein weiterer Vorteil ist die schnelle, kostengünstige und sichere Zahlungsabwicklung, die mittels digitaler Währungen realisiert werden kann. Gleichwohl spielt die Funktion des Zahlungsmittels, zu dessen Zweck Bitcoin ursprünglich erfunden wurde, (derzeit) noch eine sehr untergeordnete Rolle, was auch an den hohen Kursschwankungen liegen dürfte. So werden Bitcoins (momentan) hauptsächlich zu Spekulationszwecken erworben.

Ob Kryptowährungen eines Tages tatsächlich zu einer wichtigen Basis unseres Finanz- und Wirtschaftssystems werden, ist heute noch offen. Aktuell stemmen sich Politiker, Noten- und Geschäftsbanken eher gegen ihre zunehmende Bedeutung. Dies ist insofern nachvollziehbar, als sie sich in ihrer Macht, ihren Gestaltungsmöglichkeiten oder ihren Ertragsquellen beschnitten sehen.

Insgesamt dürften Kryptowährungen zukünftig aber an Relevanz gewinnen. Dabei ist zwar das Überleben mehrerer unterschiedlicher Varianten zu erwarten, da sie für die Nutzer verschiedene Funktionen erfüllen können, für die große Masse der derzeit über 800 Digitalwährungen wird dies allerdings nicht gelten.

Auch wenn beim „Marktführer“ Bitcoin weitere nicht unerhebliche Spekulationsgewinne denkbar sind, kommen Kryptowährungen als nachhaltige Anlageform in größerem Stil derzeit sicherlich nicht in Frage. Zu unsicher sind die Perspektiven, zu groß ist das Rückschlagrisiko.

Insbesondere im Hinblick auf den Diversifikationseffekt sowie unter Berücksichtigung der Chancen, die sich in diesem Bereich perspektivisch bieten, stellt eine kleine Positionierung in einem breit ausgerichteten Wertpapierportfolio aber eine sinnvolle Möglichkeit dar, einen Einstieg in diese neue interessante Assetklasse zu finden.

Eine Möglichkeit ist der Online-Erwerb über sogenannte Bitcoin-Marktplätze oder Bitcoin-Wechselstuben. Zudem gibt es erste börsennotierte Finanzprodukte, die sich auf den Bitcoin/US-Dollar Wechselkurs beziehen. Dabei versteht es sich von selbst, dass einem eventuellen Einstieg eine ausführliche Auseinandersetzung mit verschiedenen in Frage kommenden Produkten vorausgehen sollte.

Eine ausführliche Auseinandersetzung Stefan Wallrichs mit Kryptowährungen findet sich unter www.wallrichwolf.com/bitcoin

Kolumne von Stefan Wallrich, Vorstand der Frankfurter Vermögensverwaltung Wallrich Wolf Asset Management AG.