Biogas: Wichtiger denn je?

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Biogasanlagen tragen doppelt zum Klimaschutz bei. Sie liefern sauberen Strom und günstige Wärme. Darüber hinaus sorgen sie für Versorgungssicherheit, die Sonnen- und Windenergie nicht bieten können. Ohne Biogas und seine Flexibilität ist die Energiewende nicht denkbar.

Ein wesentlicher Vorteil, den die Energieerzeugung aus Biogas bietet, ist die Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen. Während Wind- und Solarenergie nur bei entsprechenden Wetterverhältnissen produziert werden können, gär die Mikroorganismen in der braunen Biobrühe vor sich hin, egal ob gerade die Sonne scheint oder Regen fällt. Für die Erzeugung von Bioenergie sind vielfältige Grundstoffe verwendbar: Energiepflanzen, Reststoffe, Gülle und Biomüll. Das daraus gewonnene Rohbiogas wird in der Biogas-Aufbereitungsanalage zu Biomethan veredelt und ins Stromnetz eingespeist. „Dem kommt das riesige Erdgasnetz in Deutschland mit circa 245.000 km Leitungslänge, zahlreichen Gasspeichern und einer Kapazität von 200 Terrawattstunden, entgegen“, erklärt Harald Felker, Geschäftsführer der UDI Bioenergie, die für den Finanzdienstleister UDI Biogasanlagen projektiert. „Biogas braucht also weder Stromtrassen noch spezielle Speicher. Überall dort, wo es sinnvolle Verwendung findet, kann das Biomethan dann aus dem Gasnetz entnommen werden. Ob es Erdgas ersetzt und als Brennstoff dient oder in Heizkraftwerken verstromt wird, beides ist möglich. Das Methan kann aber auch als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge oder als Chemiegrundstoff Verwendung finden. Und ganz nebenbei liefert die Biogasanlage Wärme, die in Anlagennähe genutzt werden kann. Bioenergie ist ein Allrounder –  das macht sie so wertvoll. Wir verwenden in allen Biogasanlagen Mais, Zuckerrüben und Grassilage aus der Region und teilweise auch Mist und Gülle. Im Sinne der Nachhaltigkeit legen wir großen Wert auf die Einhaltung der Fruchtfolge und darauf, Monokulturen möglichst zu vermeiden“, so Felker weiter.

„Biogas steht nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln“

„Am effektivsten ist aber immer noch der Mais. Dass die Pflanzung von Mais in der Öffentlichkeit zunehmend nicht gewollt ist, hat weniger rationale Gründe. Der tatsächliche Anteil für Biogas am gesamten Maisanbau beträgt nicht einmal 30 %. Vermutlich liegt die Aversion der Menschen daran, dass man ständig davon hört und liest, hier würde aus Nahrungsmitteln Energie gewonnen. Tatsächlich wird aber auf deutschen Äckern hauptsächlich Viehfutter angebaut und nur ein ganz kleiner Teil als Lebensmittel“, zerstreut Felker auch weitverbreitete moralische Bedenken.

Über 1. Mrd. KwH pro Jahr durch UDI-Kraftwerke

„Durch die Geldanlagen der UDI-Gruppe konnten bisher 383 Windkraftanlagen, 46 Biogasanlagen, 90 Solarprojekte und ein Green Building realisiert werden. Mit diesen Energiekraftwerken erzeugen wir 1.607 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, die rechnerisch 1,8 Millionen Menschen mit sauberer Energie versorgen und der Umwelt 1.680.815 Tonnen CO2 ersparen. Umgerechnet heißt das: Ein Anleger kann der Umwelt heute mit 10.000 Euro bereits 35 Tonnen Co2 pro Jahr einsparen“, zeigt sich Felker stolz auf die bisherigen Leistungen seines Unternehmens. (ahu)

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