Bestnote für jeden fünften Tarif

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Franke und Bornberg hat 633 Rententarife unter die Lupe genommen. Der Kreis der Kriterien wurde dabei deutlich erweitert. Die Untersuchung macht zudem deutlich, dass die Klassik immer mehr aus dem Markt verschwindet. Ein anderes Thema gewinnt hingegen immer mehr an Bedeutung.

Das langanhaltende Niedrigzinsniveau und die Aussicht auf eine weitere Absenkung des Höchstzinssatzes stellen Produktmanager im Bereich der privaten Altersvorsorge vor große Herausforderungen. So müssen sie einerseits dafür sorgen, dass die Produkte zwar gute Renditen abwerfen, gleichzeitig aber auch dem Bedürfnis nach Garantien gerecht werden. Im Ergebnis gibt es deshalb immer öfter Produkte mit alternativen Garantieformen. Damit steigt jedoch die Komplexität in diesem ohnehin schon komplexen Markt. Um Vermittlern und Kunden eine bessere Übersicht über das Thema zu verschaffen, hat Franke und Bornberg im Rahmen des Altersvorsorgeratings 633 Rententarife unter die Lupe genommen, von denen 19,4 % die höchste Bewertungsstufe FFF+ erhielten. Die Bewertung erfolgte anhand von 67 Kriterien, 18 mehr als noch beim Rating im Jahr 2018. Laut Michael Franke sind einige dieser Kriterien eine direkte Antwort auf die aktuellen Marktentwicklungen. „Bevor ein neues Rating entsteht, analysieren wir die wichtigsten Trends im jeweiligen Marktsegment. Dann prüfen wir, ob die vorhandenen Ratingkriterien geeignet sind, bestehende Unterschiede angemessen und trennscharf abzubilden“, skizziert der Geschäftsführer von Franke und Bornberg den Prozess. Überarbeitungen, zusätzliche Kriterien oder Änderungen im Punkteschema seien eine logische Konsequenz dieser Vorgehensweise.

Analyse über alle Schichten der privaten Altersvorsorge

Für das Altersvorsorge-Rating analysiert Franke und Bornberg sämtliche zum Stichtag bekannten Tarife aus allen drei Schichten der privaten Altersvorsorge. Die erste Schicht bilden die Basis-Renten, die Riester Renten bilden die zweite und die privaten Rentenversicherungen die dritte Schicht. Um die Tarife sachgerecht vergleichen wurden die Tarife in fünf Produktkategorien („Konzepten“) zugeordnet.

Klassik: Darunter fallen Rentenversicherungen mit garantiertem Rechnungszins. Sparbeiträge werden ausschließlich im Sicherungsvermögen der Versicherer angelegt.

Neue Klassik: Auch hier fließen Sparbeiträge in das Sicherungsvermögen. Es werden endfällige Garantien, aber keine Mindestverzinsung vereinbart. Durch den Verzicht auf jährliche Garantien steigen die Renditechancen. In diese Kategorie fallen auch klassische Produkte mit Indexpartizipation.

Fonds: Sparbeiträge werden ausschließlich in Investmentfonds angelegt. In der 2. Schicht (Riester) gibt es aufgrund des Garantiegebotes keine fondsgebundenen Rentenversicherungen.

Hybrid Garantie: Der Versicherer sagt ein Garantieniveau zu, das durch Umschichten zwischen Sicherungsvermögen und fondsorientierter Anlage während der Vertragslaufzeit erreicht wird. Vertragsguthaben, das für die Garantie nicht gebraucht wird, kann renditeträchtig angelegt werden   (z. B. dynamische 3-Topf-Hybride mit Sicherungsfonds).

Hybrid Beitrag: Hier entscheiden Kunden selbst, welcher Anteil ihrer Sparbeiträge in die Fondsanlage und welcher ins Sicherungsvermögen fließt. In diese Kategorie fallen u. a. statische  2-Topf-Hybride.

Im Vergleich zeigt sich, dass unter den Konzepten „Beitragsorientierter Hybrid“, „Garantieorientierter Hybrid“ sowie „Fonds“ überproportional viele Produkte zu finden sind, die im Rating die Noten FFF+ und FFF erhalten haben. Michael Franke führt den Qualitätsschub darauf zurück, dass diese Konzepte und damit die Gestaltung der Vertragsbedingungen vergleichsweise neu sind. „Je jünger eine Tarifgeneration, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherer sich um eine qualitativ wettbewerbsfähige Produktgestaltung bemühen.“

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