Bauverzögerung in Corona Zeiten: Infos und Tipps für Bauherren

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Auf den Immobilienmarkt hatte die Corona-Pandemie bisher keine negativen Auswirkungen. Jedoch sind Bauherren schon stärker von der Krise betroffen, sowohl finanziell als auch zeitlich kommt es hier zu starken Verzögerungen des Bauvorhabens. 

Blieb der Immobilienmarkt weitestgehend unberührt, müssen sich Bauherren nun auf Veränderungen einstellen. Sehnt man sich den Einzug in das Eigenheim mit jedem Tag herbei, könnte nun der planmäßige Termin platzen. Ist die Wohnung schon gekündigt, hat man im schlimmsten Fall kein Dach mehr über dem Kopf. Auch bei der Immobilienfinanzierung gibt es einige Dinge zu beachten.

Engpässe auf den Baustellen führen zu Verzögerungen

Auf den Baustellen kommt es derzeit in erster Linie zu materiellen Engpässen, aber auch das Personal ist etwas ausgedünnt. Vor allem Arbeiter aus dem Ausland können wegen der Grenzsperrungen nicht mehr nach Deutschland reisen und auch das Virus kann Mitarbeiter in Quarantäne zwingen oder ganz ausfallen lassen. Unterbrochene Lieferketten führen zusätzlich zu den Materialengpässen zu weiteren Verzögerungen. Obwohl der Waren- und Güterverkehr so gut es geht weiterläuft, gerät vor allem die Produktion und der Anlieferungsverkehr durch personelle Ausfälle in Verzug. Aber auch die Schließungen der Ämter, um überhaupt erst eine Baugenehmigung zu erhalten, macht den Bauherren Probleme.

Im Austausch bleiben und umdisponieren

Grundsätzlich ist in solch einer Phase der stetige Austausch mit dem Baupartner äußerst wichtig, um über alle Verzögerungen und Pläne in Kenntnis gesetzt zu werden. Die Auftragnehmer gehen dabei meist sehr lösungsorientiert vor und sind gewillt, das Bauvorhaben schnellstmöglich abzuschließen. Dabei kommt es auch auf den Bautenstand an. Fängt man gerade erst mit dem Hausbau an, kommt es in den meisten Fällen definitiv zu Verzögerungen. Aus diesem Grund sollte man den Mietvertrag vorerst weiterlaufen lassen, bis der Baupartner abschätzen kann, wann ein Umzug möglich ist.

Ist der Vertrag bereits gekündigt, hilft entweder ein Gespräch mit dem Vermieter mit der Bitte um Verlängerung oder die Suche nach einer Übergangslösung. Steht das Bauvorhaben allerdings schon kurz vor der Fertigstellung und es kommt zu Lieferengpässen, können Alternativen zu den bereits ausgewählten Böden, Türen, Fenster und Co. genutzt werden, um den Bau rechtzeitig zu vollenden, meint der Handwerksprofi Günter Spieß von MEISTERBOB.

Dem Baupartner Fristen setzen

Kommt es trotzdem zu einer Einzugsverzögerung, müssen dem Baupartner Fristen gesetzt werden. Kann dieser den Termin nicht einhalten, ist er in der Beweispflicht über die Gründe. Dies geschieht in Form einer Behinderungsanzeige. Der Auftragnehmer muss logisch nachweisen können, dass er am Eintritt der Verzögerung nicht Schuld war vor allem, wenn die Verträge nach dem 15. März 2020 geschlossen wurden. Bei Verträgen vor Eintritt der Pandemie, gilt diese möglicherweise schon als höhere Gewalt, die niemand vorhersehen konnte und kann dann als ein Grund für Bauverzögerungen angegeben werden.

Risiken auf der Baustelle unbedingt absichern

Für nicht fertiggestellte Bauvorhaben ist die Witterung ein besonders großes Problem. Regen, Frost oder eine hohe Sonneneinstrahlung können dem Haus schaden. Deswegen ist es unbedingt notwendig, sich die Leistungen vom Baupartner absichern zu lassen. Dieser ist nämlich dazu verpflichtet, das Bauvorhaben bis zur Abnahme durch den Bauherren zu schützen.

Autorin: Martha Fischer