Bald Ende des Immobilienhypes?

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In den A-Städten steigen Mieten und Immobilienpreise weniger stark als früher. Besonders in süddeutschen Mittelstädten entwickeln sich die Immobilienpreise hingegen sehr dynamisch. Dennoch sollte man auch hier auf den Standort achten, denn nicht überall verläuft die Entwicklung gleich.

Offensichtlich scheint sich die Dynamik auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt abzuschwächen. Das geht aus dem F+B Wohn-Index Deutschland hervor, der im 3. Quartal dieses Jahres nur noch um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal stieg. Gegenüber dem Vorjahresquartal betrug die Steigerung 4,3 %. Trotz des bundesweit abflachenden Trends ist die seit sechs Jahren anhaltende Spreizung zwischen dem Preisanstieg von Eigentumswohnungen und der Entwicklung der Neuvertrags- und Bestandsmieten immer noch vorhanden. Jedoch ist auch hier eine Abschwächung zu erkennen. Für das nächste Jahr erwartet F+B erstmals wieder eine Synchronisierung dieser beiden zentralen Preisdaten in der Wohnungswirtschaft.

Entwicklung der Mieten

Im dritten Quartal 2017 ist der Anstieg der Bestandsmieten und der Neuvertragsmieten nahezu gleich gewesen. Während die Bestandsmieten bundesweit um 0,3 % stiegen, war bei den Neuvertragsmieten ein Anstieg von 0,4 % zu verzeichnen.

Entwicklung des Wohneigentums

Auch die Preisentwicklung bei den Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern verlief sehr ähnlich. So verteuerten sich Eigentumswohnungen zwischen Juli und September um 0,9 % und Einfamilienhäuser um 0,7 %. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal wurden Eigentumswohnungen um 5,7 % teurer, Einfamilienhäuser um 5 %. Damit lag der Preisanstieg dieser Immobilienklasse deutlich über dem Durchschnittswert des F+B-Wohn-Index von 4,3 %. Einzelne Mehrfamilienhäuser wurden im Quartalsvergleich um 0,6 % teurer und konnten somit überdurchschnittlich gegen den Gesamttrend des Wohn-Index wachsen. Unterhalb des Anstiegs des F+B-Wohn-Index im Vergleich mit dem Vorjahr wuchsen die Preise für Anlageobjekte (+ 1,5 %), die Neuvertragsmieten (+2,2 %) und Bestandsmieten (+1,4 %).

Insgesamt zeigt sich der deutsche Markt für Wohnimmobilien nach wie vor äußerst heterogen. „Wer als Investor nach Anlageobjekten sucht, die mehr als 4 % Rendite pro Jahr abwerfen sollen, muss auf B-, C- oder gar D-Standorte ausweichen, mit entsprechend höherem Risiko. Ohne eine eingehende Standortanalyse, die demografische und sozioökonomische Aspekte einschließt, sind die mit einem solchen Investment verbundenen Risiken aber nicht wirklich beherrschbar“, erklärte F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner. Zu klein ist das örtliche Marktangebot, zu volatil sind die Preise und zu groß ist der Einfluss einzelner Neubauvorhaben und Projektentwicklungen auf das Preisgefüge. „Wer dagegen über lokale Marktkenntnisse – auch informeller Natur – und über die Fähigkeit verfügt, auch aufwertungsbedürftige Wohnungen marktgerecht zu sanieren, kann aktuell mit einer attraktiven Wertentwicklung seiner Investments rechnen“, so der F+B-Chef.

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