Ab 64 im Dauer-Urlaub

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Ab dem 64. Lebensjahr startet der 365-Tage-Urlaub © drubig-photo

Der längste Urlaub im Leben hat 365 Tage. Jetzt sollten das Taschengeld und regelmäßige Einnahmen stimmen. Bei der höheren Lebenserwartung sollten alle Menschen für diese Lebensphase vorsorgen.

2016-05-10 (fw/db) Die Rente ist sicher, aber wird sie in der Höhe zum Leben im längsten Urlaub reichen, der jedes Jahr neu 365-Tage dauert? Es lohnt sich, vor dem Eintritt in diesen Lebensabschnitt Klarheit über den Finanzbedarf und die voraussichtliche Einkommen und Einnahmen zu schaffen, sagen die Experten der Deutschen Bank AG.  Sie erklären, welche Absicherung im Alter besonders wichtig wird.

Ab dem 64 Lebensjahr in den Dauer-Urlaub wechseln

So alt sind die Deutschen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt, wenn sie in den Ruhestand gehen oder ihren 365-Tage-Urlaub antreten. Zur Vorfreude gesellt sich bei vielen die Unsicherheit, ob die Rente und das Ersparte für ein finanziell entspanntes Alter ausreichen. Um hier Klarheit zu gewinnen, ist es sinnvoll, rechtzeitig vor Rentenbeginn einen Kassensturz zu machen, also die künftigen Ausgaben mit dem erwarteten Einkommen zu vergleichen.

Soll – den Bedarf erkennen

Wie viel Einkommen im Ruhestand benötigt wird, ist von vielen Faktoren abhängig. Die Stiftung Warentest nennt als Anhaltspunkt einen Finanzbedarf von rund 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens. In der Praxis kann der Bedarf aber durchaus höher ausfallen, den sinkenden Kosten stehen auch Mehrausgaben gegenüber. Ersparnisse ergeben sich meist aus wegfallenden beruflichen Ausgaben, zum Beispiel für Arbeitskleidung oder die Fahrt zur Arbeit. Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sinken bei geringerem Einkommen entsprechend. Kinder stehen meist auf eigenen Beinen oder müssen nicht mehr lange unterstützt werden. Wenn die Kinder fortziehen, ist oft der Umzug in eine kleinere Immobilie sinnvoll, was die Unterhaltskosten senkt. Dem stehen jedoch Mehrausgaben gegenüber. Im Alter kosten vor allem Reisen und die Gesundheit mehr Geld. Vor allem Medikamente können hohe Kosten verursachen. Ortswechsel führen zu einmaligen Ausgaben, ebenso die Renovierung von Immobilien, sei es, weil bei älteren Objekten eine neue Heizung oder neue Fenster benötigt werden, sei es für den altersgerechten Umbau. Beiträge zur Kfz-Haftpflicht steigen tendenziell mit dem Alter. Siekönnen aber sinken, wenn weniger Kilometer zurückgelegt werden. Auch die private Krankenversicherung wird teurer. Um die Ausgaben im Ruhestand abzuschätzen, kann es hilfreich sein, schon als Berufstätiger eine Zeit lang ein Haushaltsbuch zu führen. Die dort verzeichneten Ausgaben sind dann eine gute Basis für die Berechnung des späteren Bedarfs.