25 % weniger Fondsvolumen

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Die Corona-Krise hinterlässt deutliche Spuren auf dem Markt für AIF. Gepaart mit einer Zurückhaltung bei großvolumigen Fonds sorgte diese dafür, dass das Emissionsvolumen im AIF-Bereich deutlich das Vorjahresniveau verfehlt. Auch gegenüber den Vormonaten gibt es Einbrüche.

Im dritten Quartal hat die BaFin fünf Publikums-AIF und zehn Vermögensanlagen zum Vertrieb zugelassen. Damit wurden vier AIF weniger zugelassen als im Vorquartal. Insgesamt hatten die zwischen Juli und September auf den Markt gebrachten Fonds ein Volumen von 166 Mio. Euro, ca. 25 % weniger als die 221 Mio. Euro, die die im Vorquartal emittierten AIF hatten. Das geht aus Zahlen der Ratingagentur Scope hervor.

Obwohl das Eigenkapitalvolumen der Fonds gegenüber dem Vorquartal gesunken ist, konnte das dritte Quartal dennoch mit einem Rekord aufwarten: So wurde mit dem „UST XXV“ der US Treuhand zum ersten Mal in diesem Jahr ein AIF aufgelegt, dessen Eigenkapital mit 66 Mio. Euro (umgerechnet zum Stichtag seiner Vertriebszulassung) über der Marke von 50 Mio. Euro liegt. Der US-Immobilienfonds plant ein Eigenkapitalvolumen von 78,8 Mio. US-Dollar (inkl. Ausgabeaufschlag) einzusammeln. Damit bleiben US-Immobilienfonds weiterhin die Volumentreiber bei den AIF. So ist der ebenfalls auf Objekte westlich des Atlantiks spezialisierte Initiator Jamestown derjenige, der seit Einführung des KAGB die Fonds mit dem größten Volumen auflegt. Alleine der im vergangenen Jahr aufgelegte „Jamestown 31“ hatte ein Volumen von 239 Mio. Euro (263 Mio. Dollar). Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres vier Fonds mit einem Volumen von mehr als 100 Mio. Euro aufgelegt. Deshalb liegt das prospektierte Eigenkapital der ersten drei Quartale dieses Jahres mit ca. 590 Mio. Euro auch ca. 46 % unter dem Vorjahresniveau von 1,093 Mrd. Euro. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass zwischen Januar und September 2020 mit 20 AIF ein Produkt mehr zum Vertrieb zugelassen wurde als im Vorjahreszeitraum. Durch die zahlreichen großvolumigen Emissionen im Vorjahreszeitraum hat sich auch das prospektierte Eigenkapital deutlich reduziert. So planen die in diesem Jahr aufgelegten Fonds, im Schnitt ca. 30 Mio. Euro einzuwerben, im Vorjahreszeitraum waren es noch ca. 58 Mio. Euro, die jeder Fonds durchschnittlich bei Anlegern akquirieren wollte.

Dass die Zahlen der ersten drei Quartalen 2020 deutlich unter denen des Vorjahreszeitraums liegen, hängt laut Scope, neben dem Fehlen großvolumiger Fonds, auch mit der Corona-Krise zusammen. So wurden geplante oder bereits strukturierte AIF nicht zum Vertrieb zugelassen und Produkte wurden trotzt bereits erhaltener Vertriebszulassung nicht auf den Markt gebracht. Laut der Ratingagentur ist auch eine zu erwartende geringe Nachfrage nach Investmentprodukten in Krisenzeiten ein Grund, warum das Angebotsvolumen so massiv eingebrochen ist. Dabei spiegeln sich auch die unterschiedlichen Auswirkungen der Krise auf die einzelnen Immobiliensegmente wider: So ging das Angebot im Hotel- und Non-Food-Einzelhandelssektor zurück, während die Nutzungsarten Wohnen und Lebensmittel-Einzelhandel von der Krise unberührt blieben. (ahu)