2019 birgt zwei Risiken

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Der Kreditversicherer Coface wagt einen Ausblick auf das Jahr 2019. Und dieser verheißt nichts Gutes. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer.

3 %: So stark wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr wachsen. Das ist die Prognose von Coface, die damit leicht unter dem Wachstum von 3,2 % in den vergangenen beiden Jahren liegt. Als größte Wachstumsdämpfer sieht der internationale Kreditversicherer das eskalierende politische Risiko, die hohe Volatilität der Rohstoffpreise und Versorungsengpässe. „Zum ersten Mal seit der Staatsschuldenkrise 2011/2012 müssen Unternehmen in diesem Jahr zur gleichen Zeit zwei Fallstricke beachten: die konjunkturelle Abschwächung und die politischen Risiken“, erklärt Julien Marcilly, Chefvolkswirt bei Coface.

Laut Katarzyna Kompowska, Regional CEO Nordeuropa wird es bei der wirtschaftlichen Entwicklung regionale Unterschiede geben: „Im Gegensatz zu den üblichen wirtschaftlichen Entwicklungen schwächelt die Wirtschaft in Westeuropa vor der in den USA. Unsere Untersuchungen prognostizieren einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in 20 von 26 analysierten europäischen Ländern.“ So geht sie von einem Plus von 1,2 % in der Eurozone und 6,5 % in Mittel- und Osteuropa aus.

Automobilbranche unter Druck

Besonders betroffen ist die Automobilbranche. Nach einem Wachstumszyklus von rund acht Jahren zeichnet sich jetzt eine Verlangsamung ab. „Investitionsbedarf, verstärkter Wettbewerb, veränderte Lebensstile der Verbraucher, die notwendigen Anpassungen an neue Umweltnormen, der reifende chinesische Markt und der zunehmende Protektionismus machen der Automobilbranche zu schaffen“, betont Julien Marcilly. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat Coface den Automobilisektor in fast allen westeuropäischen Ländern sowie in Zentral- und Osteuropa in der Branchenwertung auf „mittleres Risiko“, in Latein- und Nordamerika sogar auf „hohes Risiko“ herabgestuft.

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