ZIA übernimmt bsi

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Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) wird auf seiner Mitgliederversammlung nächsten Mittwoch (21. Juni) die Übernahme des Fondsverbandes beschließen. Durch die Integration der bsi-Mitglieder und Mitarbeiter sowie die Fortführung der bsi-Ombudsstelle wird die Übernahme zum 1. Januar 2018 erfolgen. Für das kommende Jahr rechnet der ZIA mit Beitragsmehreinahmen von mindestens 760.000 Euro.

Die Mitglieder des ZIA haben in den letzten Tagen die Beschlussvorlage zur Übernahme der Bundesverbandes Sachwerte und Investmentvermögen (bsi) erhalten. Eine Übernahme der bsi GmbH ist nicht vorgesehen, dafür sollen die Vorstandsmitglieder des bsi (u.a. Andreas Heibrock, Geschäftsführer PATRIZIA GrundInvest, und Jochen Schenk, Vorstand Real I.S. AG) in das Präsidium des ZIA einziehen. Noch offen ist die Zukunft von Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des bsi. Er äußerte bislang nur, dass er „der Branche erhalten bleiben und den Übergang begleiten“ werde.

Pläne bestätigt

Die Übernahmepläne werden vom ZIA bestätigt. Man habe Gespräch „in einem konstruktiven Vertrauensverhältnis“ geführt, teilte der Berliner Verband mit. Mit den bsi-Mitgliedern wolle der ZIA das interne Thema Investitionskapital stärken. Man wolle die Integration bestmöglich durchführen und die Fachkompetenz des bsi künftig im ZIA sicherstellen. „Der klare Fokus des ZIA auf immobilienwirtschaftlich relevante politische Themen wird auch nach der Integration erhalten bleiben.“

Letzteres dürfte sich auf die Tatsache beziehen, dass der bsi alle Anbieter von Sachwertinvestments vertritt. Zu diesen zählen auch Fonds für erneuerbare Energien, Transport und Infrastruktur. „Der ZIA erhält durch die Integration des bsi einen außerordentlichen Wachstumsschub mit Signalwirkung in die Verbands- und Politiklandschaft und damit noch mehr Gewicht in der politischen Arbeit“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

BVI vertritt auch Anbieter geschlossener Fonds

Diese Aussage dürften besonders beim Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) mit Interesse zur Kenntnis genommen werden. Der Frankfurter Verband hat sich nämlich mit Inkrafttreten der neuen Fondsregulierung durch das KAGB im Jahr 2013 ausdrücklich für Anbieter geschlossener Fonds geöffnet. Inzwischen bieten 15 der 99 Vollmitglieder des BVI KAGB-konforme geschlossene Fonds an. Sowohl im bsi als auch im BVI engagiert sind derzeit z.B. die Großanbieter Commerz Real, Deutsche Asset Management und Patrizia. Andere Schwergewichte der Branche hatten sich für einen der beiden Verbände entschieden – Jamestown für den BVI, Real I.S. für den bsi.

Die Frage, ob man sich seitdem ebenfalls als Interessenvertreter der geschlossenen AIF betrachtet, beantwortet der BVI in einer Stellungnahme „klar mit einem Ja“. „Wenn es um das KAGB geht, ist der BVI der zentrale Ansprechpartner. Der BVI bündelt so die Interessen der jeweiligen Anbietergruppen und bringt nach außen die PS der Fondsbranche auf die Straße.“

Romba zufrieden mit bsi

Für Eric Romba ist es logisch, dass der bsi mit der ZIA und nicht mit dem BVI verbunden wird. „Bis auf ein Unternehmen haben alle bsi-Mitglieder Berührungspunkte zur Immobilie“, so Romba. Ein Spitzenverband der Immobilienwirtschaft wie der ZIA spiegele damit auch den inhaltlichen Schwerpunkt der bsi-Mitglieder wider. „Der Schritt, mit dem ZIA zusammenzugehen, war folgerichtig und wurde von unseren Mitgliedern deshalb beschlossen. Gemeinsamer Nenner für alle bsi-Mitglieder war immer das Thema Regulierung. Daran ändert sich im ZIA nichts. Im Gegenteil, Mitglieder des ZIA, die in der Vergangenheit auch im Kapitalanlagebereich oder in der Fondsstrukturierung aktiv waren, profitieren von unserem Know-how wie wir von ihrem.“

Obwohl sich die geschlossenen Publikumsfonds am Markt inzwischen nur noch als Nischenprodukt halten, ist Romba mit dem Erreichten zufrieden. „Der Ursprung der Branche lag sicherlich im Privatkundengeschäft. Dies hat sich gewandelt. Heute nutzen gerade professionelle Investoren das Vehikel geschlossener Spezial-AIF für ihre Anlagen. Als regulierte Kapitalverwaltungsgesellschaft bin ich in der Lage, das Produkt so zu strukturieren, wie es der Investor braucht, sei es als geschlossener oder offener Fonds, als Luxemburger Vehikel oder im Rahmen eines Managed Accounts. Wir können zufrieden und stolz auf das Erreichte sein.“ (ahu)

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