Welche Geldpolitik wird 2018 betrieben?

Welchen Kurs werden EZB und Fed im nächsten Jahr fahren / Foto: ©JFL Photography - fotolia.com

Die Baufinanzierungszinsen sind ruhig ins neue Jahr gestartet. Mit deutlich größerer Anspannung wartet der Markt hingegen, welchen geldpolitischen Kurs EZB und Fed in diesem Jahr fahren werden.

Zum Jahreswechsel haben verschiedene EZB-Mitglieder erklärt, dass die Anleihekäufe wohl nicht verlängert werden. Bereits seit September ist das Anleihekaufprogramm deutlich zurückgefahren. Somit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ab Oktober überhaupt keine Anleihen mehr kaufen wird. Jedoch hat sich Mario Draghi noch nicht auf einer Ende des Programms festgelegt. Grund für Draghis Zurückhaltung, trotz positiver konjunktureller Entwicklung in der Eurozone, ist die weiterhin zu niedrige Inflation. So liegt selbst Deutschland mit einer Inflation von 1,7 % im Dezember unter dem EZB-Ziel von 2,0 %. Im Schnitt stiegen die Preise in der Eurozone im letzten Monat um lediglich 1,4 %.

Auch die Entwicklung des Eurokurses gegenüber dem Dollar wird von der EZB nicht mit Freude beobachtet. So könnten Exporte dauerhaft unter einem starken Euro leiden. Wie die Geldpolitik in der Eurozone weitergehen wird, dürfte frühestens nach dem 25. Januar klar sein, wenn die nächste Sitzung des gelpolitischen EZB-Rates stattfindet.

Eine knapp Woche später könnte auch klarer sein, welchen gelpolitischen Kurs die amerikanische Fed künftig fahren wird: Sie tagt zum nächsten Mal am 30. und 31. Januar. Es wird vermutet, dass die Washingtoner Notenbank ihren, im Vergleich zur EZB, offensiveren Kurs weiter fortsetzen wird. Es wird – auch von Fed-Mitgliedern – für 2018 mit drei weiteren Zinsschritten gerechnet, die auch einen Einfluss auf die Zinslandschaft in der Eurozone haben dürften.

Wenig Neues bei Baufinanzierungszinsen

Die Bestzinsen für 10-jährige Hypothekendarlehen sind seit November unverändert geblieben und lagen Anfang Januar weiterhin bei minimal über 1 %. „Bereits seit Oktober sind kaum noch Schwankungen erkennbar. Unter dem Strich bewegten sich die 10-jährigen Zinsbindungen in den letzten drei Monaten gerade mal um zehn Basispunkte“, erläutert Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH.

Leicht gesunken sind die Bestzinsen für 15-jährige Baufinanzierungen, die Ende Dezember bei 1,43 % lagen, diesen Kurs aber Anfang Januar beibehalten haben. „Die 15-jährigen Zinsbindungen sind um acht Basispunkte günstiger geworden. Auch hier herrscht also kaum Volatilität. Schwankungen bei den Refinanzierungskosten sind nicht sehr groß und werden häufig von den Banken abgefedert, so dass die Kundenkonditionen aktuell keinen relevanten Schwankungen unterliegen.“

Haffner fährt fort: „Der Anleihen- und der Zinsmarkt sind auch nach dem US-Entscheid ‚cool‘ geblieben. Die Zinserhöhung im Dezember war in dieser Form erwartet worden. Jetzt ist davon auszugehen, dass die Zentralbanken ruhig ins neue Jahr starten. Der nächste Zinsschritt in den USA erfolgt voraussichtlich erst im Frühjahr, und bei der EZB sind vorerst keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen absehbar. Ein Szenario, das in der Vergangenheit für ein stabiles bis leicht rückläufiges Zinsniveau gesorgt hat.“

Kurzfristig rechnet Qualitypool mit seitwärts schwankenden, langfristig mit steigenden Zinsen. (ahu)

www.qualitypool.de