Verheißungsvolles Jahr 2018

Christan Heger, Chief Investment Officer HSBC Global Asset Management (Deutschland) / Foto: © HSBC

Christian Heger, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management (Deutschland) ist davon überzeugt, dass der konjunkturelle Aufschwung weiter geht und blickt deshalb zuversichtlich in das neue Jahr.

„Die Weltwirtschaft wächst so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr – mit Ausnahme von 2010. Damals basierte die Wachstumsrate jedoch auf dem sehr schwachen Vorjahr“, so Heger, der davon ausgeht, dass die globale Wirtschaft in den Jahren 2017 und 2018 um jeweils ca. 3,5 % zulegen wird. „Bemerkenswert ist, dass das Wirtschaftswachstum in den einzelnen Regionen, etwa in den USA, Japan und der Eurozone, über dem Potenzialwachstum liegt“, sagt Heger. Das Potenzialwachstum stellt den Zuwachs der arbeitsfähigen Bevölkerung plus Produktivitätsgewinne dar. In der Eurozone liegt es bei rund 1,5 %, die Wirtschaft wächst hier hingegen mit über 2,0 %.

Globaler Aufschwung wird breiter

Vom Wirtschafswachstum sind sowohl Industrieländer als auch Emerging Markets betroffen, darunter die zuvor rezessionsgeplagten Rohstofflänger Brasilien und Russland. Neben dem Konsum als Antriebsmotor sind, speziell in den USA und der Eurozone, zunehmend Anlageinvestitionen zu verzeichnen. „Die regionale und strukturelle Breite des Aufschwungs lässt erwarten, dass sich das Wachstum zumindest 2018 fortsetzt. Aktuell sehe ich keinerlei Ungleichgewichte, die oft das Ende eines Aufschwungs auslösen“, erklärt Heger. Auch die drohende Inversität der Zinsstrukturkurve in den USA beunruhigt ihn nicht. Eine abflachende Kurve ist in der Regel ein guter Indikator für eine bevorstehende Rezession. „Dies gilt diesmal nicht, da die Kurve durch Notenbankkäufe verzerrt ist“, sagt Heger und ergänzt: „Die Notenbanken in Japan und der Eurozone halten mit ihren Anleihekäufen die Anleiherenditen niedrig. Daher weichen Investoren in die USA aus und drücken dort die langfristigen Renditen nach unten.“

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