Talanx: Leben hat positive Zukunft

Leben ist quicklebendig
Leben und Vorsorge für Menschen sind nachhaltig sicherbar © detailblick-foto

Die Talanx kann das Ergebnis um 30 Prozent erhöhen. Erstmals wird ein Nachhaltigkeits-Bericht vorgelegt. Das Leben-Geschäft ist stabilisiert, biometrische Lösungen werden stark nachgefragt.

Die Talanx-Group, Mutterkonzern für HDI und Hannover Rück SE, hat in den ersten drei Quartalen 2016 das Konzernergebnis um 30,1 Prozent von 488 auf 635 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich von 1.507 auf 1.649 Millionen Euro.

„Wir freuen uns über den Geschäftsverlauf bis zum Ende des dritten Quartals und passen unseren Ausblick 2016 entsprechend an. Beim Konzernergebnis gehen wir nun von mindestens 750 Mio. EUR aus. Die ersten neun Monate des Jahres sind trotz eines weiter herausfordernden Marktumfelds gut verlaufen, wir haben unerwartet weniger Schäden zu verzeichnen. Wir sind mit der Globalisierung in der Industrieversicherung sowie dem Wachstum im globalen Privat- und Firmenversicherung gut vorangekommen. Auch der Umbau im deutschen Geschäft mit Privat- und Firmenkunden zeigt für das Gesamtjahr erste Erfolge. Für 2017 rechnen wir bei einem gleichbleibend herausfordernden Umfeld mit einem Konzernergebnis von wiederum mindestens 750 Mio. EUR. Stand heute werden wir damit im nächsten Jahr – trotz des rückläufigen Zinsniveaus – einen Gewinn erzielen, der mit dem erwarteten Jahresergebnis für 2016 vergleichbar sein wird“, sagt Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG.

Die gebuchten Bruttoprämien der Talanx-Gruppe liegen bei 23,7 Milliarden Euro. Die Belastung durch Großschäden sank von 724 auf 533 Millionen Euro. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote hat sich auf 96,6 Prozent leicht verbessert.

Die Versicherungsgruppe erzielte trotz niedriger Marktzinsen in der Kapitalanlage mit 3,5 Prozent eine robuste Kapitalanlagerendite. Das Kapitalanlageergebnis umfasst 2.981 Millionen Euro. Positiv wirkte sich der Verkauf der vollständigen Beteiligung am Asset Manager C-Quadrat im zweiten Quartal 2016 mit 27 Millionen Euro vor Steuern auf das außerordentliche Kapitalanlageergebnis aus. Die Eigenkapitalrendite stieg auf 9,8 Prozent. Die Solvency-II-Quote lag auf Konzernebene zum 30. Juni 2016 bei 172 Prozent.

Insgesamt stieg das Konzernergebnis im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres um 32,2 Prozent von 177 auf 234 Millionen Euro.

Weichen für die Zukunft sind gestellt

Die Talanx hat ihre strategische globale Ausrichtung und die Konsolidierung im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland weiter forciert. In der Industrieversicherung zeigten sich die Verbesserung der Portfolioqualität, die sich speziell bei der Feuerversicherung bemerkbar macht, und die Internationalisierung in einem weiteren Rückgang der kombinierten Schaden-/Kostenquote.

Insbesondere trägt die Anwendung digitaler Technologie wesentlich zur Effizienzsteigerung bei. So wird in der Industrieversicherung ein einheitliches Bestandsverwaltungssystem entwickelt, das alle Sparten im In- und Ausland umfassen soll.

Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland ermöglicht die digitale Anwendung TORAS unter anderem die Echtzeitanalyse von Nutzungsdaten und kundenspezifische Preisbildung im Kfz-Online-Geschäft. Daneben ermöglichen zwischenzeitliche IT-Investitionen eine stärkere sogenannte Dunkelverarbeitung. Das bedeutet, dass der überwiegende Teil der Abwicklung vom Vertragsabschluss bis zum Ausdruck der Kfz-Police automatisch abläuft.

Beide Innovationen werden den mobilen Vertrieben zugutekommen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wächst strategiekonform auch durch die Stärkung innovativer Modelle beim Pricing und zur Ausnutzung des Kundenpotentials. In Mexiko trägt ein strategisches Projekt zur Steigerung des Prämienvolumens in der Kraftfahrtversicherung zum Wachstum bei.

Talanx legt Bericht zur Nachhaltigkeit vor

Darüber hinaus hat die Talanx-Gruppe im dritten Quartal ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, der die Geschäftstätigkeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 umfasst und die verantwortungsvolle und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegte Unternehmensführung des global agierenden Versicherungskonzerns unterstreicht.

Weniger Einmalbeiträge in der Lebensversicherung

Die Prämien in der Lebensversicherung reduzierten sich im ersten Dreivierteljahr 2016 auf 3,5 Milliarden Euro, vor allem durch den planmäßigen Rückgang der Einmalbeiträge. In der Folge verringerte sich auch das Neugeschäft bei Lebensversicherungsprodukten insgesamt, gemessen am Jahresbeitragsäquivalent (APE), von 330 auf 296 Millionen Euro. Der Absatz von biometrischen Versicherungsprodukten nach APE stieg um 13,3 Prozent auf 68 Millionen Euro.

Das versicherungstechnische Ergebnis blieb mit -1.206 (-1.189) Mio. EUR nahezu stabil, wird aber weiter durch die Beteiligung der Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Beim Kapitalanlageergebnis verzeichnete das Segment einen Anstieg um 4,5 Prozent von 1.276 auf 1.334 Millionen Euro, was vor allem am Anstieg des außerordentlichen Kapitalanlageergebnisses zur Finanzierung der Zinszusatzreserve lag. Im dritten Quartal verzeichnete die Lebensversicherung bei den Prämieneinnahmen einen Rückgang von 3,0 Prozent auf 1.100 Millionen Euro.

Globale Privat- und Firmenversicherung wächst

Die gebuchten Bruttoprämien stiegen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung global in den ersten neun Monaten trotz negativer Währungskurseffekte um 5,9 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Insgesamt ist die Integration des 2015 erfolgten Zukaufs im chilenischen Markt plangemäß verlaufen, die Geschäfte in der Türkei und in Polen sind weiter in guter Marktverfassung.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote stieg leicht um 0,7 Prozentpunkte auf 97,0 Prozent, hauptsächlich resultierend aus einer um 0,5 Prozentpunkte gestiegenen Schadenquote. Zum einen haben die anhaltende Inflation und Währungskurseffekte in Brasilien die Kosten für Kfz-Ersatzteile ansteigen lassen und zum anderen ist die Zahl der Autodiebstähle gestiegen. Zudem investierte die mexikanische Gesellschaft in Wachstumsmaßnahmen im Kfz-Geschäft. Das versicherungstechnische Ergebnis lag mit -3,0 (1,0) Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau.

Im Kapitalanlageergebnis verzeichnete der Geschäftsbereich einen Rückgang von 2,4 Prozent auf 244 (250) Mio. EUR. Ausschlaggebend hierfür waren hauptsächlich das rückläufige Zinsniveau insbesondere in den Märkten mit den im Geschäftsbereich höchsten Kapitalanlagevolumina, Polen und Italien. Das operative Ergebnis (EBIT) lag in den ersten neun Monaten 2016 bei 163 (173) Mio. EUR. Europa trug mit 118 (129) Mio. EUR zum operativen Ergebnis bei, während 53 (52) Mio. EUR in Lateinamerika generiert wurden. Während das EBIT in Lateinamerika leicht gesteigert werden konnte, belastete in Europa die neu eingeführte Vermögenssteuer in Polen das EBIT mit 16 Mio. EUR. Ein um den Effekt der Vermögenssteuer sowie um Währungskurseffekte bereinigtes EBIT hätte in einem sich zuletzt aufhellenden Kfz-versicherungstechnischen Marktumfeld mit 190 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahresniveau gelegen. Das Konzernergebnis verringerte sich um 8,5 Prozent auf 97 (106) Mio. EUR. Bereinigt um Währungskurseffekte und den Effekt der Vermögenssteuer in Polen hätte der Beitrag des Geschäftsbereichs zum Konzernergebnis bei rund 115 Mio. EUR gelegen und somit wie das EBIT deutlich über der Vergleichsperiode.

Im dritten Quartal 2016 nahmen die gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International um

10,4 Prozent von 1,1 auf 1,2 Milliarden Euro zu. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag bei 98,0 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis hat sich auf -10 (-18) Mio. EUR verbessert. Beim Kapitalanlageergebnis verzeichnete der Geschäftsbereich ein Wachstum von 9,6 Prozent auf 91 (83) Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg von 46 auf 57 Millionen Euro und der Beitrag zum Konzernergebnis um 13,8 Prozent von 29 auf 33 Millionen Euro.

Schaden-Rückversicherung läuft gut

Die gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung gingen in den ersten drei Quartalen 2016 um 2,7 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um Währungskurseffekte betrug der Rückgang lediglich 1,5 Prozent. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote stellte sich mit 95,1 Prozent positiv dar. Das versicherungstechnische Ergebnis erhöhte sich um 10,5 Prozent deutlich von 248 auf 274 Millionen Euro. Das Kapitalanlageergebnis verzeichnete erwartungsgemäß einen Rückgang von 689 auf 663 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite ging um 1,5 Prozentpunkte nur leicht von 14,7 auf 13,2 Prozent zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) sank von 975 auf 917 Millionen Euro, was einem Rückgang von 5,9 Prozent entspricht. Der Beitrag zum Konzernergebnis reduzierte sich von 320 auf 301 Millionen Euro.

Im dritten Quartal stiegen die gebuchten Bruttoprämien um 6,2 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote liegt bei  94,5 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg von 81 auf 109 Millionen Euro, das Kapitalanlageergebnis lag bei 232 Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis (EBIT) verzeichnete die Schaden-Rückversicherung einen Rückgang von 6,1 Prozent auf 337 Millionen Euro. Der Beitrag zum Konzernergebnis blieb im dritten Quartal stabil bei 114 Millionen Euro.

Personen-Rückversicherung ist stabil

Im Segment Personen-Rückversicherung gingen die Prämieneinnahmen in den ersten neun Monaten 2016 um 5,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zurück. In lokalen Währungen betrug der Rückgang nur 2,0 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich um 29,0 Prozent auf -237 (-334) Millionen Euro. Das Kapitalanlageergebnis sank um 8,9 Prozent von 542 auf 494 Millionen Euro. Bereinigt um einen positiven Sondereffekt in Höhe von 39 Millionen Euro in der Vergleichsperiode wäre der Rückgang nicht so stark ausgefallen. Nach einem Anstieg von 18,5 Prozent schloss das operative Ergebnis (EBIT) deutlich verbessert bei 282 Millionen Euro. Der Beitrag des Segments zum Konzernergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,4 Prozent von 84 auf 102 Millionen Euro.

In der Personen-Rückversicherung reduzierten sich die gebuchten Bruttoprämien im dritten Quartal um 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2,0 auf 1,7 Milliarden Euro.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich durch einen Verlustrückgang von 118 auf 61 Millionen Euro.

Das Kapitalanlageergebnis beträgt 173 Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis (EBIT) verbesserte sich die Personen-Rückversicherung von 44 auf 108 Millionen Euro und der Beitrag zum Konzernergebnis stieg von 15 auf 39 Millionen Euro.

Ausblick 2016 und 2017

Die Talanx sieht sich im operativen Geschäft voll auf Kurs und hebt aufgrund des bereits nach neun Monaten erreichten Konzernergebnisses ihren Ausblick für das Geschäftsjahr 2016 leicht an. Die Talanx strebt nun ein Konzernergebnis von mindestens 750 Millionen Euro an. Dabei wird von einem stabilen Bruttoprämienvolumen auf Basis konstanter Wechselkurse ausgegangen. Die Kapitalanlagerendite sollte bei mindestens

3,0 Prozent liegen und die Eigenkapitalrendite größer als 8,5 Prozent ausfallen.

Diese Ziele für das Geschäftsjahr 2016 stehen wie üblich unter dem Vorbehalt, dass an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten und Großschäden innerhalb der Erwartungen bleiben. Erklärtes Ziel ist es, auch für das Geschäftsjahr 2016 einen Anteil von 35 bis 45 Prozent vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten.

Ausblick 2017

Für 2017 strebt die Talanx wiederum einen Konzerngewinn von mindestens 750 Millionen Euro. Stand heute wird der Gewinn – trotz des deutlich zurückgehenden Zinsniveaus – auf dem erwarteten Niveau des Jahres 2016 liegen. Das Bruttoprämienwachstum soll auf Basis konstanter Wechselkurse bei mindestens 1,0 Prozent liegen. Die Kapitalanlagerendite sollte bei mindestens 3,0 Prozent und die Eigenkapitalrendite bei größer als 8,0 Prozent liegen.

Auch die Ziele für das Geschäftsjahr 2017 stehen wie gewohnt unter dem Vorbehalt, dass an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten und Großschäden innerhalb der Erwartungen bleiben. Erklärtes Ziel ist es, auch für das Geschäftsjahr 2017 einen Anteil von 35 bis 45 Prozent vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten. (db)