Sparermentalität bei Immobilien auf dem Rückzug

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Die Deutschen werden bei der Immobilienfinanzierung risikofreudiger. Bei den 18- bis 39-Jährigen ist die Bereitschaft, für Umbaumaßnahmen und Eigenheimkäufe Kredite aufzunehmen, deutlich höher als bei ihren Eltern. Eine Studie untersucht jetzt, welche zusätzlichen Potenziale bei Immobiliendarlehen bestehen und wie die Banken sich besser auf diese jungen Kunden einstellen können.

Das Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH hat im Mai 2017 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.240 Verbraucher zwischen 18 und 69 Jahren online zu ihren Erfahrungen und Erwartungen rund um das Thema Immobilienkredite befragt. Zudem wurde erhoben, wie offen sich Verbraucher gegenüber einer Ansprache durch Banken zeigen, die individuell auf die Lebensverhältnisse angepasst ist.

Die Studienergebnisse zeigen, dass die 18- bis 39-jährigen Deutschen gegenüber Immobilienkrediten deutlich aufgeschlossener sind, als ihre Eltern. Ein Viertel der 30- bis 39-Jährigen und fast die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen bekundet Interesse an Möglichkeiten zur Immobilienfinanzierung, bei den 40- bis 49-Jährigen sind es dagegen nur 14 Prozent. Auch der Anteil aktueller oder ehemaliger Immobilienkreditnehmer ist deutlich höher bei den 30- bis 39-Jährigen: 43 Prozent haben bereits ein Darlehen aufgenommen, bei den 60- bis 69-Jährigen ist es im Vergleich weniger als ein Drittel.

Allerdings besteht bei den potenziellen Kunden deutlicher Informationsbedarf: 40 Prozent der Personen mit Interesse an einem Immobilienkredit können die eigene Kreditwürdigkeit nicht einschätzen. Über drei Viertel der Interessenten glauben zudem, dass sie mehr als 50.000 Euro Eigenkapital aufbringen müssten, obwohl dies im Schnitt nur 22 Prozent der tatsächlichen Kreditnehmer tun.

Große Chancen bestehen in der aktiven, anlassgebundenen Kundenansprache, denn die Generationen X und Y zeigen sich bei der Nutzung persönlicher Daten zu Werbezwecken deutlich offener als die älteren Jahrgänge. So würden sich bereits 30 Prozent der Immobilienkredit-Interessenten zwischen 30 und 39 Jahren über eine Einladung zu einer Bankberatung infolge einer Gehaltserhöhung freuen, weitere 42 Prozent würden sich daran zumindest nicht stören.

Aufgrund der eigenen Unsicherheit und der aufwendigen Planung bevorzugen Kunden aller Altersgruppen eindeutig eine persönliche Beratung – ein klarer Vorteil für Filialbanken, die nach wie vor die erste Anlaufstelle sind. Offenbar überzeugen dabei vor allem die Hausbanken mit der persönlichen Kenntnis ihrer Kunden: der Anteil von Immobilienkreditnehmer bei der Hausbank, die mit der Beratung zufrieden sind, liegt um 17 Prozentpunkte höher als bei Personen, die das Darlehen bei der Konkurrenz beantragt haben.

Für Banken bestehen große Potenziale im Ausbau des Immobilienkredit-Geschäfts. Dabei sollten sie vor allem auf die veränderte Kreditbereitschaft der jungen Generation setzen und diese mithilfe moderner Kommunikationsmittel individueller ansprechen. Der Immobilienkredit Monitor 2017 unterstützt Kreditinstitute und Finanzdiestleister beim Heben dieser Potenziale durch die Bereitstellung einer repräsentativer Datengrundlage.

Die vollständige Studie können Sie HIER einsehen.

www.splendid-research.com