Sie rentiert sich, sie rentiert sich nicht

Eigentlich muss jeder gesetzlich Rentenversicherte in eine Riester-Rente einzahlen, um seinen Ruhestand ohne Abstriche bei der Rente zu sichern. Denn vor dem Start der Sparförderung mit Zulagen hat Vater Staat erst einmal die Renten gekürzt. Verbraucherschützer warnen seit Jahren, Riesters Rente sei zu teuer. Stimmt das? Dieser Frage geht die neue Initiative „pro Riester“ nach.

Bestimmt kennen Sie das Kinderspiel mit den Gänseblümchen, bei dem immer ein Blütenblatt nach dem anderen abgezupft wird:

„Sie liebt mich, sie liebt mich nicht …“

An dieses Kindervergnügen erinnert mich die Presse der letzten Jahre zur Riester-Rente. Dort ist einerseits zu lesen …

„Die Riester-Rente ist zu teuer…“
„… zu kompliziert“
„Riester rechnet sich nicht.“

Die Kritik an der Förderrente gipfelte in Aussagen wie:

„Ein Sparstrumpf ist besser.“

Andererseits waren pauschale Aussagen der Riester-Befürworter zu lesen:

Die Riester-Rente rechnet sich für jeden.“

Der Versicherungslaie versteht angesichts widersprüchlicher Informationen:

„Der eine sagt hüh, der andere hott.“

Aus Angst, bei der Rente etwas Falsches zu machen, unternehmen viele Verbraucher dann lieber gar nichts. Aber Nichtstun ist auf jeden Fall falsch.

Warum gibt es die Riester-Rente eigentlich?

Im Jahr 2002 wurden die gesetzlichen Renten gekürzt. Für einen Normalmenschen mit etwa 2.900 Euro Bruttoeinkommen und 45 Beitragsjahren bedeuten die Riester-Kürzungen: Statt 70 % vom letzten Netto zahlt die Deutsche Rentenversicherung künftig nur noch 67 % Rente. Diese Kürzung der Bezüge im Alter können sich die Versicherten mit der Riester-Rente zurückholen. Im Gegenzug fördert der Gesetzgeber das Riestern.

Die Wahrheit liegt in der Mitte.

Also sollte jeder, der darf, auch einen Riester-Vertrag kaufen. Oder? Jedenfalls erscheint diese Devise seit 2002 eine Art Königsweg für die Rente zu sein. Also Riestern? Und: Hauptsache Riester, egal in welchem Tarif und bei welchem Anbieter? Ist alle Kritik an der Riester-Rente unberechtigt? Sicher nicht! Wie so oft liegt auch hier die Wahrheit in der Mitte. Es gibt durchaus berechtigte Kritikpunkte. Auch heute gibt es noch einige Riester-Anbieter, bei denen nachteilhafte Klauseln für den Kunden im Bedingungswerk lauern. Zum Beispiel, wenn ein Kunde mal längere Zeit wegen leerer Kasse mit dem Zusatzsparen aussetzen muss. Manche Anbieter belasten ihre Kunden mit hohen Kosten.

Riester-Anbieter haben nachgebessert.

Es gibt aber für die Sparer bei Riester auch gute Nachrichten zu vermelden. Vielfach haben die Finanzunternehmen das Kleingedruckte für die Kunden in den vergangenen Jahren verbessert, verbraucherfreundlicher gestaltet. Was Verbraucherschützer auch bei der Riester-Rente oft fordern, Nettotarife ohne Provisionskosten und günstige Index-Fonds (ETF), das findet sich inzwischen bei einigen Anbietern. Leider wurden die Verbraucher über diese positiven Botschaften zu wenig informiert.

Unterstützung für Vermittler.

Nicht nur Verbraucher wurden in den letzten Jahren verunsichert. Auch viele Vermittler zweifeln gelegentlich, ob der Riester-Rat an ihre Kunden auch ein guter Rat ist- und bleibt? Aus diesem Grund wendet sich „pro Riester“ an die Vermittler. Neben der Pressearbeit erhalten sie durch die Initiative zusätzlichen Nutzen in Form von Aus- und Weiterbildung. Veranstaltungen, die moderne, vertriebsunterstützende Angebote beinhalten. Auch vorgesehen sind eigene Internet-Landingpages und Videos zur Riester-Rente. Die SOFTFIN UG wird als Gründungsmitglied der Initiative „pro Riester“ den Vermittlern, die sich als Förderer zertifizieren lassen, die Beratungssoftware SOFTFIN® Riester zu Vorzugskonditionen zur Verfügung stellen. Zusätzlich stehen wir Ihnen als Riester-Spezialisten sowohl für Schulungen als auch für Kunden-Informationsveranstaltungen zur Verfügung.

Große Nachfrage bei potenziellen Förderern von „pro Riester“.

Kurz nach dem „pro Riester“ auf der DKM-Messe startete, informierten sich Versicherungsvermittler/-berater, Institute und sogar ein Maklerpool intensiv zu den Zielen der Initiative. Am Messestand der Bayerischen, wo ein eigener Bereich für die Initiative eingerichtet wurde, zeigten sich die Besucher nicht nur begeistert, sondern fragten auch nach Möglichkeiten, die Initiative zu unterstützen. Und genau diese Möglichkeiten wird „pro Riester“ bieten. Das Besondere: Um Fördermitglied werden zu können, ist kein finanzieller Beitrag notwendig. Allerdings werden qualitative Anforderungen gestellt werden.

Joachim Haid, Geschäftsführer SOFTFIN UG


Info

Initiative „pro Riester“ gestartet.

Wer als Verbraucher aufmerksam Zeitung liest, der weiß: Die Berichte der Medien zu Riester waren in den letzten Jahren sehr polarisierend, oft gar pauschal. Genau hier setzt die auf der diesjährigen DKM-Finanzmesse in Dortmund gestartete Initiative „pro Riester“ an.

Gründungsmitglieder von „pro Riester“ sind der Versicherer die Bayerische und die SOFTFIN UG, München.

Eines der primären Ziele von „pro Riester“ ist es, mit Journalisten und Verbraucherschutz in den Dialog zu treten und Vermittler zu unterstützen. Selbstverständlich liefert „pro Riester“ auch Informationen zu den Spielregeln der Riester-Rente, die von manchen Kritikern als Nachteile bezeichnet werden. Den Verbrauchern ist deshalb auf der Internetseite www.pro-riester.de der Menüpunkt „pro Verbraucher“ gewidmet worden. Nebenbei gesagt; Nachteile hat die Riester-Rente keine wirklichen für die Sparer. Jedenfalls im Vergleich mit ihrer „großen Schwester“, der gesetzlichen Rente. Diese darf man zum Beispiel nicht vererben. Bei „pro Riester“ finden Sie alle nötigen Informationen zur Riester-Rente, z. B. die Grundsatzfrage, warum diese geförderte Ersatzrente eingeführt wurde. Oder wie die Förderung funktioniert, welche Riester-Arten es gibt und was die Unterschiede dieser Tarife zueinander sind. Ziel von „pro Riester“ ist es, dem Vermittler und damit auch seinem Kunden eine neutrale Fundstelle anzubieten. Eine zentrale Informationsquelle, die zu Riester weder nur kritisiert noch glorifiziert, sondern alle Antworten auf Fragen zur Zulagen-Rente liefert. Die Vermittler sollen sich orientieren können, wenn es um die Rente und den Ruhestand ihrer Kunden geht! Ergänzt wird die Aufklärungsarbeit von „pro Riester“ durch einen Blog. Dieser wird neben Hintergrund und Riester-Fakten auch Presse- oder Verbraucherschutz-Berichte kritisch betrachten und sachlich kommentieren. Deshalb wird den Blog-Lesern die Möglichkeit geboten, Kommentare zu hinterlassen. Dort sind Fragen von Verbrauchern, Journalisten, Verbraucherschutz und auch von Vermittlern gerne gesehen und erwünscht.

„Während immer mehr Anbieter sich aus dem Bereich der Riester-Rente zurückziehen, bekennt sich die Bayerische zur Riester-Rente und sieht diese als ideale Möglichkeit, ein langes Leben auf einem höheren Rentenniveau abzusichern. Außerdem passen die Ziele der Initiative ‚pro Riester‘ gut zu unserer Klartext-Philosophie und zum gelebten Reinheitsgebot“, erklärt Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen.

Onlineausgabe 04/2015