Riester-Rente braucht flexible Garantien

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Das aktuelle Zinsumfeld macht der Riester-Rente das Leben schwer. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat nun herausgefunden, dass ein Verzicht auf die Garantien das Altersvorsorgeprodukt zukunftsfähig machen könnte. Die Vorsorger müssen sich aber keine allzu großen Gedanken bezüglich der Sicherheit machen.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) geht mit der Riester-Rente hart ins Gericht: So sei das Altersvorsorgeprodukt, wie es im Jahr 2002 eingeführt wurde, im gegenwärtigen Marktumfeld nicht mehr zeitgemäß- So zeige sich bei einer Auswertung der Chance-Risiko-Klassen geförderter Altersvorsorgeprodukte, dass die Sparer bei ihren Entscheidungen erheblich eingeschränkt sind. Grundlage für diese Meinung ist eine Untersuchung, die das DIA gemeinsam mit der DWS Group & Co. GmbH KGaA erstelle und nun in Berlin vorstellte.

Zu wenige Produkte mit Ertragschancen

Bei der Auswertung der aktuell am Markt zu findenden fondsgebundenen Riester-Produkte zeige sich, dass selbst bei einer langen Laufzeit von 30 Jahren 60 % der Tarife in der Chance-Risiko-Klasse 2 einzuordnen sei und diese somit nur begrenzte Ertragschancen bei hoher Sicherheit bieten würden. Gerade einmal ein einziger Anbieter schaffte es, mit zwei Produkten in die Chance-Risiko-Klasse 4, in der sich renditeorientierte Anlagen mit höheren Ertragschancen finden. Nochmals deutlich höher ist der Anteil der risikoärmeren Tarife, wenn Produkte mit einer Laufzeit von 20 Jahren herangezogen werden. Wegen der vorgeschriebenen Bruttobeitragsgarantie können laut DIA kaum noch Beitragsanteile in chancenreichere Kapitalanlagen investiert werden. Anders die Situation bei den ebenfalls staatlich geförderten Basisrenten: Hier würde eine Vielzahl von Tarifen die Chance auf eine vernünftige Rendite bieten, obwohl die Zielgruppe der Basisrente deutlich kleiner sei.

Produktveränderungen nur schwer möglich

Die Anbieter haben nur wenig Möglichkeit, die Chancen fondsgebundener Riester-Renten durch weitere Veränderungen an den Produkten zu verbessern. Die Untersuchung lieferte Anhaltspunkte dafür, dass einige Anbieter einschließlich der Vertriebe und Kapitalverwaltungsgesellschaften bereits die einkalkulierten Produktkosten gesenkt haben. So waren verringerte Abschlusskosten bei Tarifen mit 20 Jahren Laufzeit im Vergleich zu den 30-jährigen Tarifen zu beobachten. Durch eine Senkung der Kosten werden Beitragsanteile frei, die in renditeträchtigere Fondsanlagen investiert werden können. Diese Kostensenkungen wurden vorgenommen, obwohl der Verwaltungsaufwand im Zusammenhang mit der Zulagenförderung der Riester-Produkte unverändert hoch ist.

Keine sinnvolle Möglichkeit, Kosten weiter zu senken

Jedoch gelangten die Autoren bei einem Vergleich der Jahre 2017 und 2016 zu der Annahme, dass die Kostensätze in vielen Fällen ein Niveau erreicht haben, das sich nicht weiter absenken lässt. Die einzige Alternative, Kosten einzusparen, wäre, die Produkte ohne Beratung zu verkaufen um somit die Abschlusskosten zu sparen. Davon rät das DIA allerdings aufgrund der Komplexität des Themas jedoch ab. Zudem stünde ein Verzicht auf Beratung einer Verbreitung der Riester-Rente im Wege, da dann deutlich weniger Neuabschlüsse stattfinden würden.

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